Bücher KKB/Kulturwissenschaft

Pressestimmen


»Wir haben, das macht Bredekamp klar, nicht verstanden, wie Welterkenntnis funktioniert, wenn wir nur den Anteil sehen, den die Fähigkeit zur Abstraktion daran hat. Zu den Wörtern gehören die Figuren. Horst Bredekamp zeigt, wie Wissen produziert wird.«

Arno Widmann, Frankfurter Rundschau

»Wieder einmal hat sich der Bildforscher Horst Bredekamp eines scheinbar marginalen, weil piktoralen Erbes eines großen Wissenschaftlers angenommen. Und wieder gelingt es Bredekamp, dem bildlichen Denken zu seinem Recht gegenüber der Sprache zu verhelfen: In Darwins Zeichnungen deckt er nichts Geringeres als eine neue Facette der Evolutionstheorie auf, in Form eines Darwinschen Widerspruchs, der bis heute ein riesiges Missverständnis prägt: Darwins allbekannte Metapher für die Entwicklung der Arten, der „Baum des Lebens“, ist falsch. Es handelt sich rechterdings um eine „Koralle des Lebens“. Doch die will erst einmal freigeholzt sein. Nie hat Darwin die Bedeutung der Koralle verbalisiert, nur zeichnerisch hat er sie erfasst und fortgedacht. Dass Bredekamp dem schweifenden Denken der Bilder ihren Raum lässt, gehört zum berückenden Wesen dieser knappen, enorm gehaltvollen Studie.«

Wilhelm Trapp, Die Zeit

»Wie der junge Darwin den Baum, der ihm sich als verbreitetes Modellbild für „Abstammungen“ anfangs empfohlen hatte, allmählich in eine Koralle transformierte: Das ist es, was Horst Bredekamp mit kriminalistischem Spürsinn und der Belesenheit eines Universalgelehrten vor Augen führt. Der staunende Leser wird nebenbei in Debatten eingeweiht, die Mitte des 19. Jahrhunderts um naturwissenschaftliche Modellbildungen geführt wurden. Ein überaus lesenswertes Buch.«

Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung

»Sein Buch will der Kunsthistoriker selbst als einen Vorschlag verstanden wissen, „Objekte wie die Amphirora orbignyana als Kunstwerk zu betrachten“. Und in der Tat ist es erstaunlich, mit welcher Suggestivkraft es ihm gelingt, an Darwins Evolutionsdiagrammen zu verdeutlichen, was er die „kulturelle Kraft von Naturgebilden“ nennt.«

Hans-Jörg Rheinberger, Literaturen

»In dem ebenso schmalen wie kenntnis- und gedankenreichen Band „Darwins Korallen zeigt der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp, wie Charles Darwin sein großer Durchbruch gelang, indem er der Baum-Metapher ein Schnippchen schlug – und es noch nicht einmal merkte. Die Koralle ist mehr als ein Bild: Sie wird zum umfassenden Modell, zur Seele der Evolutionstheorie. Bredekamp geht ihr zu Leibe mit dem imaginativen Auge des Kunstbetrachters und gleichzeitig mit der Lupe des Detektivs.«

         Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

»Nicht die Qualität des Sujets entscheidet, sondern die des Blicks, der darauf geworfen wird. Und da darf man bei Bredekamp immer sicher sein, einen außerordentlichen Wissenschaftskrimi zu verfolgen.«

         Christina Tilmann, Tagesspiegel

»In dem Buch Darwins Korallen zeigt der Kunsthistoriker Horst Bredekamp an einem Detail, wie sich der Einfluss der Evolutionstheorie weit über die Biologie und Politik hinaus auch auf die schönen Künste erstreckt. Bredekamps schmaler Band seiner Methodik im hat ein Genre eröffnet.«

Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Detektiv Bredekamp kann sich freuen über seinen Fahndungserfolg. In diesem schönen kleinen Buch – meeresblau gebunden – ist eine Hymne auf ein Naturereignis aufgeschrieben.«

Jürgen Werth, Radio Bremen

Darwins Korallen
Frühe Evolutionsmodelle und die Tradition der Naturgeschichte
Pressestimmen
ISBN 978-3-8031-517-5
erschienen 2005