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»Bobbio, der große alte politische Philosoph Italiens, verkörpert jene seltene Erscheinung des Intellektuellen, der mühelos von der Universität auf den Marktplatz überwechselt, ohne Theorie ins Volkstümliche zu wenden.« Ingeborg Nordmann, Süddeutsche Zeitung Warum heute Bobbio lesen? Um im unübersichtlicher werdenden politischen Handgemenge einen klaren Kopf zu behalten. Um die Moral nicht mit der Politik zu verwechseln, die guten Gründe nicht mit der Macht der Mehrheit. Der 2004 fünfundneunzigjährig verstorbene liberale Rechtslehrer und linke Philosoph Norberto Bobbio war gut ein halbes Jahrhundert lang der Lehrer Italiens in Sachen Demokratie und Vordenker vieler heutiger Rechtsphilosophen. Böse Zungen nannten Bobbio einen »Papa laico«, einen Papst für die Aufgeklärten. Aber der Turiner Professor las in den Fünfzigern oppositionellen Kommunisten ebenso die Leviten wie in den Neunzigern dem regierenden Fernsehpopulismus. Dabei war es seine große Fähigkeit, philosophische und juristische Fragen klar und verständlich darzustellen, die er oft in Gegensatzpaaren wie Ethik und Politik diskutierte. |
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