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Pressestimmen


»Die brillante Studie der amerikanischen Historikerin Natalie Zemon Davis belegt mit stupender Quellenkenntnis, dass es sich bei ‘Kultur’ oder ‘kultureller Identität’ nicht um feste Größen, sondern um komplexe Phänomene handelt. Die vermeintlich plausiblen Begriffe verdecken den vielschichtigen Prozess aus kulturellen, religiösen, ökonomischen und politischen Überlappungen. So prägte die historische Normalität der Spätrenaissance immer zweierlei – Herrschafts- und Austauschbeziehungen. „Man trieb Handel, reiste, tauschte Gedanken, Bücher und Manuskripte aus, und es kam zu wechselnden Allianzen, die aus Feinden zeitweise Kampfgenossen machten.“ Die Autorin zeigt anhand der Lebensbeschreibung von Leo Africanus, wie der Austausch zwischen Orient und Okzident funktionierte. (…) Ein grandioses Meisterwerk der gerade 80 Jahre alt gewordenen Historikerin.«

Rudolf Walther, Die Zeit

»Natalie Zemon Davis hat mit Leo Africanus die intellektuell ambitionierte Antwort auf Samuel Huntingtons Clash of Civilizations geschrieben. Sie eröffnet dem Leser ohne pompöses theoretisches Brimborium den Entwurf einer Wissenschaft, die die Tricks, die Wandlungen und Ausweichmanöver von Menschen und Texten in den Blick nimmt. Das Flüchtige erscheint normal, der Mittler zwischen Christentum und Islam ist eine stetigere Figur als der eifernde Prediger.«

Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Davis, deren stupende Belesenheit wir anzapfen dürfen, ist die perfekte Führerin durch die für uns dummerweise weiterhin fremde Welt Afrikas.«

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

»Natalie Zemon Davis hat das Leben von al-Wazzan auf eine Weise ausgeleuchtet, die einem den um 1486 geborenen Mann lebhaft vor Augen führt: seine Interessen, seinen Charakter, seine Lebensumstände. Leo Africanus liest sich spannend wie ein Roman, dem man nicht anmerkt, dass er sich aus Tausenden historischen Indizien zusammensetzt. (…) Gewissermaßen nebenher entfaltet sich das Panorama der Zeitgenossen in Nordafrika und Europa: Geschichte, wie sie besser kaum geschrieben werden kann. Die Historikerin Davis (…) ist eine Vordenkerin ihres Faches. Wo sie in Quellen eintaucht, auf all ihren Gebieten – Renaissance und Reformation, Genderstudies, Jüdische Geschichte – destilliert sie daraus als interdisziplinär denkende Kulturwissenschaftlerin individuelle Geschichten und zugleich historische Panoramen. (…) Die ruhige Begeisterung, mit der Zemon Davis erzählt, spannt einen kunstvollen Bogen zwischen Makro- und Mikrohistorie.«

Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel

»Als eine Untersuchung über die christlich-islamische Welt an der Schwelle zur Neuzeit ist das Buch eine Fundgrube. Davis zeichnet ein außergewöhnliches Bild der Renaissance nach, weil es den westlichen Blick nicht privilegiert, sondern zugleich die Perspektive und Denkbewegungen eines gelehrten Konvertiten nachzuvollziehen sucht.«

Steffen Richter, Die Welt

»Natalie Zemon Davis aber versteht sich auf eine anschauliche Schreibe. Sie arrangiert das Material leichthändig in neun Kapiteln; sie schildert den Zeitgeist und betreibt mit sprachlichen Feinanalysen eine Quellenauswertung, die zwar wissenschaftlich grundiert ist, aber nur selten trocken ausfällt. Ihr Schwindler ist faszinierend.«

Alexandra Kedves, Tages-Anzeiger

Leo Africanus
Ein Reisender zwischen Orient und Okzident
Pressestimmen
ISBN 978-3-8031-362-5
erschienen 2008