Bücher SALTO

Pressestimmen


Alle Welt feiert den Maler Sandro Botticelli, der um 1444 in Florenz geboren wurde und dort am 17. Mai 1510 vor genau 500 Jahren starb. Die Rezeptionsgeschichte hat einige seiner Bilder, wie die in einer Muschel heranschwebende Venus oder die Grazien der Allegorie des Frühlings, als Kunst wie als Kitsch geradezu verklärt. Damian Dombrowski widmet sich in einer inhaltlich wie physisch gewichtigen Untersuchung den religiösen Gemälden Botticellis. Als kleines Lesebuch hat er beim Wagenbach Verlag einen Band mit kurzen Essays über den Florentiner Maler herausgegeben. Ein dünner, sympathisch formulierter, aber dennoch nicht oberflächlicher Textband.

Henning Klüver, NDR Kultur

 

Im Frankfurter Städelmuseum war Botticelli definitiv der Grund für stundenlanges Warten. Denn das Museum vereinte in der erfolgreichsten Ausstellung seines Bestehens viele selten verliehene Botticelli-Bilder. Begleitet wurde die Ausstellung von mehreren neuen Publikationen. Trotzdem wird ein weiteres Buch über den Maler und sein Werk sicher auch seine Leser finden. Zumal Damian Dombrowski, Kunstgeschichtsprofessor in Würzburg, das Leben des Florentiner Künstlers anhand von 20 Bildern durchaus unterhaltsam und auf Grundlage des neuesten Forschungsstands erzählt. Eine Einführung in Botticellis Kunst und Leben ist dieses Buch allemal.

Uta Baier, Die Welt


Der Würzburger Kunsthistoriker Dombrowski rückt das durch Botticellis aus heutiger Sicht ätherische Frauengestalten beförderte Bild des Feinmalers zurecht und kehrt dessen damaligen Ruf als rationaler und männlicher Geist heraus, beispielhaft an dessen Allegorie der 'Stärke' von 1470. Wohl aber vollzieht Botticelli die von den Medici beförderte Wende zum Neuplatonismus und zu dem von ihm propagierten kontemplativen Leben mit.
Dass der Florentiner Maler durchaus eine andere, bodenständigere Seite hatte, betont Dombrowski durchweg: den derben Witz und die Direktheit auch in vermeintlich tief philosophischen Gemälden. So zeigt der Autor, dass das berühmte Londoner Bild ‚Venus und Mars' schlichtweg ein Erotikon ist, eine Anspielung auf mangelnde männliche Lust und die gesteigerte weibliche Erwartung. Die lässt Venus mit Freude auf die frechen kleinen Satyrn blicken, die den eingeschlummerten Kriegsgott piesacken.

Bernhard Schulz, Tagesspiegel

Pressestimmen
ISBN 978-3-8031-127-5
erschienen 2010