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»Die Pointe von Flores' formaler Demokratietheorie ist, daß er die politische Autonomie des Individuums mit dem Begriff des Dissidenten umschreibt und aktualisiert.

Seine Streitschrift ist nicht nur ein glänzender politisch-philosophischer Traktat. Sie kann auch wie ein Manifest für ein nach Osten erweitertes Europa gelesen werden, für dessen fortschreitende Vereinigung und Demokratisierung die osteuropäischen Erfahrungen mit einem undemokratischen System genutzt werden sollten.«

Bernd Leineweber, Deutschlandfunk

»Der italienische Philosoph verficht ein unverfälschtes Konzept von Demokratie, nimmt sie beim Wort, nicht zuletzt als Ermunterung, Demokratie tatsächlich zu leben.

Sein Versuch, Demokratie beim Wort zu nehmen, zeigt auf, was anders sein könnte, regt an, im Sinne der Demokratie dissident zu werden und damit ihr und uns allen einen Dienst zu erweisen.«

Thomas Kreuder, Frankfurter Rundschau

»Demokratie ist schon gestürzt, wenn sie ihren einzigen Daseinsgrund, sprich: die Freiheit jedes Einzelnen und seine Verfügungsgewalt über das Ganze, nicht mehr garantiert. Daraus folgert Flores d'Arcais den Primat des Dissidenten: Nur seine Freiheit bürgt für die demokratische Verfassung eines Staates.

Flores d'Arcais argumentiert schlicht und logisch – nach einer Logik allerdings, die den meisten real-existierenden Demokratien fremd ist. Wie weit sich diese ihrer Grundsätze entkleidet haben, führt der Philosoph vor, indem er für das demokratische System Schutzvorrichtungen fordert, die im demokratischen Westen nicht immer gegeben sind – in Italien schon gar nicht: Schutz der Wähler vor mafiöser Einschüchterung, vor medialer Übermacht und ökonomischer Überlegenheit. Gleiche Chancen für alle, gewählt zu werden. Gleiches Recht für alle, verbürgt durch eine unabhängige Justiz.«

Aureliana Sorrento, Der Tagesspiegel

»Paolo Flores d'Arcais ist einer der profiliertesten Köpfe der 'intellektuellen außerparlamentarischen Opposition'. Seit Jahren gehört der Kenner der Philosophie Hannah Arendts zu den intellektuellen Eminenzen in der linksliberalen Kultur Italiens. Hinter den Kulissen zieht er, dem die demokratisch etikettierte 'partitocrazia' zuwider ist, die Fäden. Als Ende der Achtzigerjahre das 'kommunistische Projekt' zusammenbrach und die traditionelle linke Gesellschaftstheorie ratlos in dessen Trümmern herumstocherte, gründete der umtriebige Flores d'Arcais die Theoriezeitschrift MicroMega. ...

Und was er in den ersten Ausgaben dieser in Italien inzwischen sehr einflußreichen Zeitschrift gegenüber der politischen Linken einforderte, ist heute auch Bestandteil seiner Kritik an Berlusconi und Forza Italia: In einer demokratischen Gesellschaft dürfen das Mehrheitsprinzip und die Gewaltenteilung, kurz die konstitutionellen Grundwerte einer freiheitlichen Verfassung, unter keinen Umständen geopfert werden.

In seinem jüngsten Buch faßt Flores d'Arcais seine Fundamentalkritik an der 'Real-Demokratie' zusammen.

Alle, die sich als Politiker und als Bürger den Idealen und Werten der liberalen Demokratie verpflichtet wissen, müssen sich den Provokationen eines Flores d'Arcais stellen. Nicht nur in Italien.«

Carl Wilhelm Macke, Tages-Anzeiger

Die Demokratie beim Wort nehmen
Der Souverän und der Dissident
Pressestimmen
ISBN 978-3-8031-249-8
erschienen 2004