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Pressestimmen


»Beim Schreiben muss man über sich hinausgehen und gleichzeitig auf sich zurückschauen, hat Elfriede Jelinek einmal gesagt. In jeder Heldin steckt ein Stück Autorin. Adèle ist ständig unterwegs und kommt doch nicht recht von der Stelle, es sind immer dieselben Strecken. Aber so, wie ihr Bus eine ‚navette’ ist, was im Französischen gleichzeitig ‚Webschiffchen’ heißt, mit dem man einen Stoff webt, so entsteht auch hier ein Muster von Streckenlinien des Busses. Adèle ist am Ende des Winters nicht mehr dieselbe wie am Anfang.«

Peter Urban-Halle, Neue Zürcher Zeitung

»Vor Jahren hat Pagano eine Dissertation über das „Kino der Vernarbungen“ abgebrochen, um sich dem Schreiben von Romanen zu widmen, in denen sie stattdessen alte, vermeintlich längst vernarbte Wunden beharrlich aufkratzt und freilegt, bis das Blut fließt, ebenso unvermittelt wie erschreckend und befreiend. Der Tag war blau ist einer dieser bislang vier Romane; Nathalie Mälzer-Semlinger hat in ihrer Übersetzung Sorge getragen, dass sich die zahlreichen kleinen Verletzungen der Landschaft und der Seele, von denen dieser Roman erzählt, auch im Deutschen so behutsam erschließen wie im französischen Original.«

Anne Kraume, die tageszeitung

»Der Tag war blau beschreibt die Pubertät als grausamen Zwang zur Eindeutigkeit. Changierend zwischen schroffer Wortkargheit und identifikatorischer Einfühlung, deutet er das Leben als Vertreibung aus dem Höhlenparadies. Durchsetzt mit sexueller Symbolik, soll er zugleich den Anschein unschuldigen Erzählens wecken: ein irritierender Roman.«

Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung

»Präzise und anschaulich skizziert Emmanuelle Pagano in ihrem vierten Roman sechs Tage, vom Schulanfang bis zum 17. Februar. Mit Zimperlichkeiten und Schönfärberei hält sie sich nicht auf, vielmehr scheint sie fasziniert von der launenhafte Härte der Natur. (…) Emmanuelle Paganos Roman beruhigt durch seine Lebensklugheit, berührt durch seine unmittelbare Körperlichkeit.«

Christina Hoffmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein problematisches Thema, eine markante Landschaft und eine interessante Figurenkonstellation verbinden sich in Emmanuelle Paganos kleinem Roman Der Tag war blau zu einem Triptychon außergewöhnlicher Literatur. Das schöne, stille Buch lässt Auswege offen, die nichts von einem Happy End haben, aber das Weiterleben ermöglichen.«

Harald Loch, Neues Deutschland

»Die Aussparung des offenkundig Politischen in Der Tag war blau schafft den Raum für die persönliche Selbstfindung der Ich-Erzählerin. Wie sie ihren Schulbus durch die sich im Jahreszeitenkreis wiederholend veränderliche Landschaft navigiert, da wird selbst die Natur körperlich dingfest gemacht. Der Himmel wirft Falten, die Luft wird an einigen Stellen spröde, stolz richtet sich ein Mondregenbogen auf – eigenwillige, poetische sprachliche Delikatessen, für die sich die Lektüre allemal lohnt.«

Anna-Katharina Laggner, Österreichischer Rundfunk

Pressestimmen
ISBN 978-3-8031-3216-1
erschienen 2008