Iran

Iran

Weltreich des Geistes

Aus dem Englischen von Gennaro Ghirardelli

Sachbuch. 2011
352 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag
28,– €
ISBN 978-3-8031-3636-7
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Axworthy führt in großem Bogen und zugleich detailreich durch drei Jahrtausende iranischer Kulturgeschichte. Ein längst fälliger Einblick in eine wenig bekannte Region.

Die Griechen zählten die Perser zu den kulturlosen Barbaren – aus reiner Eifersucht und Konkurrenzgefühlen, denn sie waren ihnen militärisch oft unterlegen. Trotzdem prägt diese Klassifizierung unser Geschichtsbild bis heute. Dabei ist der Iran ein Weltreich des Geistes von ungeahnter Vielfalt und anhaltender Bedeutung. Schon früh entwickelten sich dort ein ausgeklügeltes Handelssystem, eine differenzierte Religion und eine reichhaltige Literatur. Gerade die exponierte geographische Lage zwischen zwei Kontinenten führte historisch zu einem starken Einfluss auf Europa und Zentralasien. Der Autor unternimmt eine faszinierende Reise durch die Geschichte dieses unterschätzten Kulturlandes und lässt uns am Aufstieg und Niedergang der Dynastien genauso teilhaben wie an den wegweisenden Umwälzungen etwa der großen Revolution 1979 unter Khomeini. An vielen Beispielen – wie der Stellung der Frau, der hochentwickelten Medizin und Astronomie, des Seidenhandels und der Setzung juristischer Begriffe – zeigt er die Vorreiterrolle des Iran.

Michael Axworthy

Michael Axworthy

Michael Axworthy war mehrere Jahre lang Leiter der iranischen Abteilung des British Foreign Office. Er hat bereits zahlreiche Texte und Bücher zum Iran veröffentlicht und lehrt heute arabische und islamische Studien an der Universität von Exeter.

»Wer das äußerst gelungene Buch von Michael Axworthy zur Hand nimmt, der möchte den Iran, seine Kultur und seine Menschen mit eigenen Augen kennenlernen.« Jan Kuhlmann, Deutschlandfunk

Pressestimmen

»Michael Axworthy, vormals auch Leiter der iranischen Abteilung im britischen Außenministerium, besucht den Iran seit den 1970er Jahren und hat immer wieder über ihn geschrieben. Sein jüngstes Buch „Iran, Weltreich des Geistes" ist ein gelungener Versuch, auf gut 300 Seiten eine 3000jährige Geschichte ‚von Zoroaster bis heute' darzustellen. Gut lesbar, kritisch, differenziert. Nach der Lektüre ist es unmöglich, Iran ausschließlich mit religiösen Hardlinern, seinem demagogischen Präsidenten oder der Atomwaffenfrage zu assoziieren. Axworthy legt seine (Kultur-)Geschichte des Iran jedoch durchaus kritisch an. Er will nicht gegen ein Klischee schreiben, sondern Dualitäten und Paradoxien zeigen. Allemal spannend und klug, besonders dann, wenn der Autor darauf verweisen kann, dass der seit 200 Jahren bestehende europäisch-amerikanische Einfluss auf den Iran dort immer auch eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte auslöste.«

Carsten Hueck Deutschlandradio Kultur

 

«Das Buch schildert mit der vielen englischen Autoren eigenen stilistischen Leichtigkeit gut lesbar zweitausendfünfhundert Jahre iranische Geschichte und Geistesgeschichte. Axworthy verfolgt das iranische Geistesleben parallel zur politischen Geschichte der Safawiden und Qadscharen, über das turbulente zwanzigste Jahrhundert mit Ajatollah Chomeinis Revolution hinweg bis in die heutige Zeit hinein, da die Islamische Republik vielfach die besten iranischen Traditionen mit Füßen tritt. Iran, so schließt der Autor, habe weit mehr zu bieten als Unterdrückung, Leiden und Unaufrichtigkeit. Einen geistigen Kosmos eben.»

Wolfgang Günter Lerch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

«Axworthy hat sich nichts Geringeres vorgenommen, als drei Jahrtausende iranischer Kulturgeschichte auf gut dreihundert Seiten darzustellen. Dabei schafft er es nicht nur, immense Wissenslücken zu schließen - denn unsere Kenntnisse über den Iran sind bestenfalls rudimentär -, sondern lockt seine wissbegierigen Leser auf Fährten, denen es zu folgen lohnt. Ein Verdienst Axworthys ist es, das Verhältnis Irans zum Westen zu beleuchten. Bis heute steckt es voller Paradoxien. Was Axworthy in seiner Geschichte außerdem herausarbeitet, ist das bis auf den heutigen Tag prägende Muster iranischer Kultur: der Konflikt zwischen angeblich arroganter, korrupter, weltlicher Autorität und ernster, asketischer Frömmigkeit.»

Stefanie Peter, taz

 

»Es geht dem Autor keineswegs darum, die Zustände im heutigen Iran zu rechtfertigen oder zu verharmlosen. Er sieht sie allerdings als nachvollziehbare Folgen einer langen, von Gewalt und heftigen Kontroversen bestimmten Geschichte. Und er ist überzeugt und vermag das am Ende des Bandes auch überzeugend zu belegen, dass es neben den religiös gewandeten gewalttätigen Seiten des heutigen Regimes auch eine nach wie vor lebendige Tradition der aufgeklärten, humanen säkularen Kultur gibt. Es ist gut und lehrreich, wenn einmal einige der Begriffe erklärt und im historischen Kontext verortet werden, die noch heute im Islam eine Rolle spielen wie Schiiten, Sunniten, Sufis und viele andere. Axworthys (übrigens hervorragend übersetztes) Buch bietet also eine hoch interessante Lektüre, die bei vielen Lesern Wissenslücken füllen wird. Ihm möchte man viele aufgeschlossene Leser wünschen.«

Klaus Weimann, Radio Darmstadt

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