Das Lied von Jaburek

Das Lied von Jaburek

SALTO. 2015
144 Seiten. 11 x 20 cm. Leinen mit Prägung und aufgeklebtem Schildchen. Mit zahlreichen Abbildungen
17,– €
ISBN 978-3-8031-1311-5
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Die Anfänge des »rasenden Reporters« Egon Erwin Kisch als schlafloser Lokaljournalist in seiner Heimatstadt. Sorgfältig illustriert mit vielen Abbildungen aus Kischs Prag.

Bevor er zum Chronisten der Weimarer Republik wurde, schrieb Egon Erwin Kisch mehrere Jahre lang für die Zeitung Bohemia – und kaum jemand kannte die Prager Gassen und Nächte so gut wie er.
Mit dem Blick des Eingeweihten, der dem Neuling etwas erzählt, beschreibt er Szenen aus Spelunken rund um den Hradschin, in denen sich häufige Gäste der Polizei tummeln und die k. u. k- Soldaten kurz vor dem Ersten Weltkrieg ein Spottlied auf die Disziplin des Kanoniers Jaburek anstimmen. Den Jahrhundertspion Oberst Redl beobachtet Kisch bei der angeblichen Zahnbehandlung, und er erklärt, unter welchem Namen sich Lenin in Prag versteckte.
Doch zur Nachtseite der Stadt und seiner Bewohner gehören auch Reportagen über das Asyl für Obdachlose, historische und neue Kriminalfälle sowie die Razzien, denen selbst Kisch nicht entgeht – hier zeigt sich der politisch engagierte Journalist.
Die traurig- schönsten Streifzüge aber widmet Kisch denjenigen, die an den Rändern seiner Heimatstadt allzu leicht aus dem Blick geraten und sich jeden Tag aufs Neue mit Chuzpe und guten Verbindungen über Wasser halten – und sei ’s nur, indem sie sich mit kleinen Tricks den Brückenkreuzer sparen.

Egon Erwin Kisch

© Deutsches Historisches Museum

Egon Erwin Kisch

Egon Erwin Kisch wurde 1885 in Prag geboren, zwei Jahre nach Franz Kafka. Beide liebten Berlin. Für Kafka blieb es Sehnsuchtsort, Kisch hingegen übersiedelte Ende des Ersten Weltkriegs in diese Stadt und wurde ihr Portraitist. Später nahm er am Spanischen Bürgerkrieg teil, emigrierte nach Mexiko und kehrte 1946 nach Prag zurück, wo er 1948 starb.

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