Der Messias vom Stamme Efraim

Der Messias vom Stamme Efraim

Roman

Aus dem Jiddischen und mit einem Nachwort von Andrej Jendrusch

Oktavheft. 2018
144 Seiten. 12 x 21 cm. Elegante Klappenbroschur
18,– €
ISBN 978-3-8031-3295-6
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Moische Kulbak erweckt in seinem 1924 erstmals erschienenen Kurzroman die alte litauisch-jüdische Welt eindrucksvoll zu neuem Leben.

Erzählt wird die Geschichte vom Müller Reb Benje, der Messias werden soll. Auf seinem Weg, der manche Prüfung bereithält, begegnet er Levi Pataschnik, dem Geldverleiher, dem Waldbewohner Simche Plachte, einem fröhlichen Mann, der sich von Gemüse ernährt und ein selbstzubereitetes Kraut raucht, dem polnischen Fürsten Lubominski und dem Großgrundbesitzer Pan Wrubelski. Außerdem dem närrischen Philosophen Gimpel Sasskewitzer sowie der jungen Lilith, aber vielleicht ist die auch nur eine Erscheinung. Ganz real aber sind die Lamedwow, die 36 Gerechten, die den Fortbestand der Welt garantieren.

Obwohl sich Benje alle Mühe gibt, will es mit der Erlösung nicht so recht klappen. Mit Schlamm statt mit Duftölen gesalbt, reitet der Müller auf seiner geschundenen Kuh in die Stadt ein. Ein fast apokalyptisches Gemälde von philosophischer Tiefe und verschmitztem poetischem Charme.

Moische Kulbaks eigenwilliger Kurzroman erinnert an vieles: an verrückte, hochfliegende expressionistische Sprachbilder, an die chassidische Erlöser-erwartung und die kabbalistische Mystik – oder auch an Bobrowskis Roman »Levins Mühle«.

Moische Kulbak

Moische Kulbak

Moische Kulbak wurde 1896 nahe Vilnius geboren. Der weißrussisch-litauische Lyriker und Romancier ist einer der wichtigsten Autoren der jiddischen Literatur im Russland der Revolution. In den frühen 20er Jahren lebte er in Berlin und verkehrte in Künstlerkreisen. Im Romanischen Café freundete er sich unter anderem mit Else Lasker-Schüler an. Als Mitglied des Minsker Kreises wurde Kulbak auf dem Höhepunkt seines Ruhms verhaftet und 1937 nach einem stalinistischen Schauprozess erschossen.

Außerdem lieferbar: »Montag« (edition.fotoTAPETA) und »Die Selmenianer« (Die Andere Bibliothek).

»Moische Kulbak war ein Popstar der jiddischen Dichtung seiner Zeit.«
Volker Weidermann, Literatur Spiegel
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