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Die wachsende Überforderung und Ineffizienz der Bürokratie untergraben das Vertrauen in den Staat auf dramatische Weise, wie man an den jüngsten Wahlanalysen sehen kann. Die Arbeitsrechtlerin Julia Borggräfe kann Ursachen dieser Misere benennen: falsche Prioritäten, fehlende Kompetenzen und Anreize, hemmende Hierarchien, ungelöste Dilemmata zwischen Fachlichkeit und politischem Interesse, die eine Verantwortungsübernahme erschweren, gute Ideen, die in der Schublade verschwinden, und ein Fachkräftemangel, der bis 2030 rund 900.000 unbesetzte Stellen umfassen wird. Borggräfe bietet ebenso realistisch wie optimistisch Lösungen für diese Misere an. Positivbeispiele aus anderen Ländern zeigen, dass eine funktionierende Verwaltung keine Utopie bleiben muss. Und sie macht auch überraschende Vorschläge, etwa die grundlegende Entpolitisierung der Verwaltung.

© Judith Döker
Julia Borggräfe ist Juristin sowie Gründerin und Co-CEO der Borggräfe & Keil GmbH. Sie forscht und berät zu strategischer Transformation und Organisationsentwicklung und begleitet Veränderungsprozesse in Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und gesellschaftlichen Kontexten. Von 2018 bis 2022 leitete sie im Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Abteilung »Digitalisierung und Arbeitswelt« und baute dort die Denkfabrik auf. Zuvor war sie in verantwortlichen Positionen bei Daimler und der Messe Berlin tätig. Berufliche Stationen führten sie unter anderem nach New York, Paris und Tel Aviv.