Michelangelo

Michelangelo

Fünf Essays

KKB. 22.9.2009
112 Seiten. Gebunden. Mit zahlreichen, z.T. farbigen Abbildungen
24,– €
ISBN 978-3-8031-5179-7
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Michelangelo als Vertragsbrecher, als Scheiternder, als souveräner Künstler, den Mächtigen ebenbürtig, portraitiert von Horst Bredekamp, einem der profiliertesten Kunsthistoriker unserer Zeit.

Horst Bredekamps unkonventioneller Blick heftet sich nicht nur auf die Skulpturen, Gemälde und Bauwerke Michelangelos, sondern auch auf die Wendungen im Leben des Meisters, der mehrmals auf der Flucht vor seinen mächtigen Auftraggebern war.
In seinem Text über das »Juliusgrab« zeigt Bredekamp, wie Michelangelo ein vermeintlich katastrophales Scheitern in einen Triumph verwandelt.
»Im Zustand der Belagerung« ist Michelangelo zwischen seinen Auftraggebern, den aus Florenz vertriebenen Medici, die zugleich den Papst in Rom stellen, und der Florentiner Republik.
»Michelangelos Verträge« portraitiert einen hoffnungslos überlasteten Vertragsschwindler,
der jeden Auftrag annimmt, nur die Hälfte vollendet und daraus eine künstlerische Tugend zu machen versucht.
In »St. Peter« zeigt Bredekamp den grandiosen Architekten Michelangelo, der dort eine durchaus absolutistische Machtfülle beansprucht.
Und zuletzt: Was hat Sigmund Freud mit Michelangelos Moses und dem

Horst Bredekamp

© Barbara Herrenkind

Horst Bredekamp

Horst Bredekamp, geboren 1947 in Kiel, studierte Kunstgeschichte an der Universität Marburg. Nach seiner Promotion 1974 absolvierte er zunächst ein Volontariat am Frankfurter Liebighaus, bevor er ans kunsthistorische Institut der Hamburger Universität wechselte. 1992 war er zu Gast am Wissenschaftskolleg Berlin, und seit 1993 ist er Professor für Kunstgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität. Gastaufenthalte führten ihn nach Princeton und ans Getty Center in Los Angeles sowie nach Budapest. 2005 hatte er die Gadamer-Professur an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg inne.Bredekamp, der sich in seinen zahlreichen Studien unter anderem der Renaissance sowie den Neuen Medien widmet, wurde 2014 in den Orden ›Pour le mérite‹ aufgenommen, 2000 mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2005 mit dem Aby-M.-Warburg-Preis der Stadt Hamburg, 2006 mit dem Max-Planck-Forschungspreis sowie 2017 mit dem Schillerpreis der Stadt Marbach.

Pressestimmen

"Die Publikation von Horst Bredekamp zeichnet sich durch einen unkonventionellen scharf analysierenden Blick aus. In fünf Essays gelingt dem Autor aus verschiedenen Perspektiven und in einer kristallin geschliffenen Sprache ein neues, spannendes Porträt dieses beeindruckenden Menschen und Künstlers."

Verena Paul, Portal Kunstgeschichte

 

"Horst Bredekamp, der selbst ein unermüdlicher und ideenreicher Arbeiter im Weinberg der schönen Künste ist, möchte wissen, wieso Michelangelo, der ja kein Gott war, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut, zu jenem überragenden Schöpfertum fähig war, das bis heute von der Pieta über die Sixtinische Kapelle bis zur Kuppel von San Pietro in Vaticano in einer immensen Fülle von Werken zu uns in einer Intensität spricht, wie nur wenige Kunstwerke sonst noch."

Ingo Langner

 

"Mit der Freudschen Interpretation des „Moses" ist aber auch das Sinnbild für eine Michelangelo-Lektüre gefunden, die in den widerstreitenden Kräften, den Zwängen und Spannungen, und in deren Balancierung und Bändigugng den eigentlichen Antrieb für die Schöpfung eines Werks erkennt, das zu lieben vielleicht nicht leichtfällt, dessen fundamentale Herausforderung aber ungebrochen ist. Bredekamps „Michelangelo" ist ein lange überfälliger, geglückter Beitrag zur Revision eines gängigen Bildes von Michelangelo.

Die schlanken, gleichwohl mit dem nötigsten Apparat versehenen Aufsätze sind Beispiele einer gelungenen Kunstliteratur, der es gelingen sollte, den akademischen Sperrbezirk mühelos zu überwinden."

Andreas Beyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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