
224 Seiten
Penelope erkennt ihren Mann sofort (hier wird die alte homerische Erzählung zu einer aus unserer Zeit), spielt aber sein Spiel mit. Der Lügner findet seine Meisterin und es beginnt ein Wechselspiel aus List, Täuschung und Verkleidung, wie es nur Malerba erfinden und inszenieren kann. Die Freier werden reingelegt und abserviert. Eine Lapislazuli-Kette zahlt dem Ehebrecher den Ehebruch heim. Der große Bogenschuss ist vergeblich. Auch höchst unmännliches, wiederholtes Weinen läßt Penelope kalt.
Wo für Frauen die Tatsachen zählen, möchten Männer gern Erklärungen. Wo sie Lügen bevorzugen, wählen Frauen die Taktik. Mutprobenveranstalter gegen Binnenkünstlerinnen. Traum gegen Realität.

© effigie
Luigi Malerba wurde 1927 in Berceto bei Parma geboren. Er gehörte zu den Gründern des Gruppo 63, schrieb Theaterstücke, Drehbücher, Erzählungen und Romane. Der phantasievolle Geschichtenerzähler, der zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Italiens zählt, starb 2008 in Rom.