Die Barbarei der anderen

Die Barbarei der anderen

Europäischer Universalismus

Aus dem amerikanischen Englisch von Jürgen Pelzer.

Politik [554]. 2010
112 Seiten. Broschiert. Deutsche Erstausgabe
10,90 €
ISBN 978-3-8031-2554-5
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Die Grundzüge der Globalisierungskritik, knapp und überzeugend dargestellt von dem Historiker und Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein, der grauen Eminenz dieser weltweiten Bewegung.

Die europäische geprägten westlichen Mächte gehen seit jeher von der globalen Geltung ihrer Grundsätze aus. Sie betrachten es als ihr Recht, in anderen Regionen der Welt zu intervenieren und den dort lebenden Menschen ein Leben nach den Maßstäben der abendländischen Kultur zu vermitteln. War es seinerzeit Christianisierung, die dem europäischen Eifer als Deckmantel diente, ist es heute der Anspruch, Demokratie und Menschenrechte zu verbreiten.
Ein heute ebenso fragwürdiges Unterfangen, findet Immanuel Wallerstein, da es letztlich immer nur darum gehe, schwachen Ländern einen fremden Willen aufzuzwingen. Einer global agierenden Politik, die hehre Überzeugungen benutzt, um handfeste wirtschaftliche Interessen durchzusetzen, stellt er seine Vorstellung einer nur im weltweiten Zusammenwirken zu erreichenden friedlichen Entwicklung entgegen.

Immanuel Wallerstein

Immanuel Wallerstein

Immanuel Wallerstein, 1930 in New York geboren, promovierte 1959 an der Columbia University. Er unterrichtete unter anderem an der State University of New York und als Gastprofessor weltweit an verschiedenen Universitäten. Seit 2000 forscht und lehrt er an der Yale University. Als Begründer der Weltsystem-Theorie ist er einer der wichtigsten Kritiker des globalen Kapitalismus.

»Wallersteins Überlegungen, seine neue Sichtweise und Einordnung sind bezwingend, haben geradezu revolutionäre Auswirkungen auf die allgemeine Weltsicht und das gegenwärtige Denken.« Fernand Braudel

Pressestimmen

»Die Barbarei der anderen. Europäischer Universalismus – politisch Interessierte sollten sich vom sperrigen Titel nicht abschrecken lassen. Selten erfährt man auf knapp hundert Seiten so viel Wissenswertes. Wallerstein stellt einfache Fragen und gibt differenzierte Antworten. Was bedeutet es, wenn der „Krieg gegen den Terror“ des amerikanischen Präsidenten Bush damit gerechtfertigt wird, der Krieg diene dazu, im Irak Menschenrechte und Demokratie zu installieren. Wallerstein nennt dieses Rechtfertigungsmuster „Universalismus der Mächtigen“ oder - nach seinem Ursprung - „europäischen Universalismus“. Dieser entstand im Zeitalter der Eroberungen im damals führenden Erobererstaat Spanien und kehrt seither wieder bis in die jüngste Geschichte.«

Rudolf Walther, Südwestrundfunk

»Wallerstein hat einen klaren Blick dafür, dass Europa und der Westen eben nur die letzten zweihundert Jahre den Weltmarkt dominiert haben, und dass diese Ausnahmestellung nun vermutlich zu Ende ist.«

H.D. Kittsteiner, Neue Zürcher Zeitung

»Wallersteins Buch Die Barbarei der anderen ist eine Herausforderung. Sie fordert uns auf, geistig schon das vorwegzunehmen, was eine noch zu erkämpfende nichtkapitalistische Gesellschaft erst noch erreichen muss.«

Radio Darmstadt

»Ein schmales Bändchen, das von den Intellektuellen mehr Mut und mehr Optimismus einfordert und eine erträgliche Zukunft für möglich hält.«

Hans-Heinrich Nolte, Zeitschrift für Weltgeschichte

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