Mein Vater ist Putzfrau

Mein Vater ist Putzfrau

Aus dem Französischen von Birgit Leib

Quartbuch. 2015
128 Seiten. 14 x 22 cm. Broschiert
14,90 €
ISBN 978-3-8031-3270-3
Vergriffen. Als WAT-Ausgabe erhältlich.

Was macht ein vierzehnjähriger Pariser Vorstadtjunge aus prekären Verhältnissen abends in der Bibliothek? Er hilft seinem Vater, der den Lebensunterhalt der Familie als Putzkraft verdient, und wischt Staub von den Büchern. Hin und wieder schlägt er eines auf, lernt neue Wörter und lacht sich kaputt.

Eigentlich gibt es nichts zu lachen in der Pariser Banlieue. Paul, genannt Polo, ist ziemlich klein, hässlich, weiß und arm. Seine Mutter klebt krank und bewegungslos vor dem Fernseher, die ältere Schwester sorgt sich um ihre Fingernägel und träumt davon, einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen. In der Schule sind alle cooler als Paul und wenn schon nicht reich, dann wenigstens arabisch, jüdisch oder schwarz. Mit dem Vater, der sich nie beklagt und alle Demütigungen mit geradem Rücken wegsteckt, kann Paul gut reden – und schweigen. Von Priscilla erzählt er lieber nichts und auch nicht von Sylvie, die seinen Kopf und seine Hände beschäftigen … Auch dass er sich längst nicht mehr um den Staub auf den Büchern kümmert, sondern begonnen hat, sie zu lesen, behält Paul vorerst für sich.
Saphia Azzeddines erzählt leichthändig und schnell eine liebevolle Vater-Sohn- Geschichte voller Situationskomik und Galgenhumor. Ein unterhaltsamer, ironischer Bildungsroman über das bittere Leben am gesellschaftlichen Rand, der fest daran glaubt, dass nichts verloren ist, solange man Bücher hat.

Als WAT-Ausgabe und E-Book erhältlich.

Saphia Azzeddine

© Fauve Lapijower

Saphia Azzeddine

Saphia Azzeddine, 1979 in Agadir, Marokko, geboren, zog mit neun Jahren nach Frankreich. Sie studierte Soziologie, verbrachte ein Jahr in Houston, arbeitete als Diamantschleiferin in Genf und etablierte sich dann als Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Ihr erster Roman Zorngebete
wurde bereits als Theaterstück inszeniert und ins Spanische, Italienische und Schwedische übersetzt. Bei der Verfilmung ihres zweiten Romans Mein Vater ist Putzfrau führte die Autorin selbst Regie.

»Azzeddine lässt ihren Protagonisten sprechen: unreif, frech und irgendwie unfertig, und dann wieder zart und poetisch. Es ist ein ganz besonderer Ton. Man verfällt seinem Charme. Jedes Mal.« Le Point
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