
144 Seiten
Die kurze Vita über Leon Battista Alberti überrascht durch Vasaris teils schroffe und ungerechte Beurteilung der architektonischen Praxis dieses humanistischen Gelehrten. Vermutlich wollte sich der in der Baukunst ebenfalls ambitionierte Vasari mit seiner Kritik gegen einen Großmeister dieser Zunft profilieren. Außerdem versucht er die Figur Albertis zurechtzustutzen, um die architektonischen Errungenschaften Brunelleschis in umso hellerem Licht erstrahlen zu lassen. Die Lebensbeschreibung Filippo Brunelleschis bietet eine ausführliche, äußerst amüsante Schilderung der Entstehungsgeschichte eines der größten Bauwerke der Renaissance: der Domkuppel von Florenz. Einzig Brunelleschi vermöge den Weg zum Himmel zu weisen, da er sich durch sein außergewöhnliches Talent der göttlichen Sphäre angenähert habe. Vasaris Lebenslauf des Künstlers Brunelleschi steckt nicht nur voller Anekdoten, sondern ist auch einer der literarischen Höhepunkte des gesamten Viten-Werks.

© Kunsthistorisches Institut Florenz
Alessandro Nova, geboren in Mailand, ist Professor für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Renaissance an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und seit 2006 Direktor des Kunsthistorischen Instituts (Max-Planck-Institut) in Florenz. Er ist der Initiator und Herausgeber der bei Wagenbach erscheinenden EDITION GIORGIO VASARI.
Giorgio Vasari, geboren 1511 in Arezzo in der Toskana, war ein Universalgenie: Maler, Architekt (u. a. als Baumeister der Uffizien), Berater der Medici, Kunstsammler und Historiker. Sein Hauptwerk sind die »Leben der hervorragendsten Künstler«, kurz: »Le vite«, erstmals erschienen 1550 und im Laufe der Jahre erweitert. Vasari starb 1574 in Florenz.