Die künstlerische Intelligenz von Pilzen, Korallen und Bakterien
Mit Fotografien von Joan Fontcuberta, Kathrin Linkersdorff
112 Seiten. 13 x 16 cm. Broschiert. 60 farbige Abbildungen
Von der gestalterischen Kraft der Natur: Horst Bredekamp über die Schönheit und Intelligenz der Pilze, Korallen und Bakterien und wie sie in der Fotografie von Kathrin Linkersdorff und Joan Fontcuberta zu höchstem Ausdruck finden.
Zarte Figuren, feinnervig, seltsam verzweigt und gruppiert, anarchisch und geordnet zugleich, leuchten in starken, klaren Farben auf den Bildern der Berliner Fotografin Kathrin Linkersdorff, geschaffen von Pilzen und Bakterien im Labor der Mikrobiologin Regine Hengge.
Massig kumuliert, wild auswuchernd und aneinanderhaftend sind die Gebilde der Korallen auf den großformatigen hochartifiziellen Bildern des spanischen Künstlers Joan Fontcuberta.
Horst Bredekamp spürt der Faszination dieser Kunstwerke nach: Sie sind verbunden durch die Überzeugung, dass in der Natur eine beständig formende, künstlerisch zu deutende Kraft liegt.
Schon Galilei und Darwin hatten sich für diese Qualität der Natur interessiert: für das Zusammenspiel von Präzision und Vagheit hier, für das unbändig horizontale Wuchern dort. In seinem Text verknüpft Horst Bredekamp die künstlerische Intelligenz dieser Naturerscheinungen mit ihren zeitgenössischen Manifestationen.

© Barbara Herrenkind
Horst Bredekamp
Horst Bredekamp, geboren 1947 in Kiel, studierte Kunstgeschichte an der Universität Marburg. Nach seiner Promotion 1974 absolvierte er zunächst ein Volontariat am Frankfurter Liebighaus, bevor er ans kunsthistorische Institut der Hamburger Universität wechselte. 1992 war er zu Gast am Wissenschaftskolleg Berlin, und seit 1993 ist er Professor für Kunstgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität. Gastaufenthalte führten ihn nach Princeton und ans Getty Center in Los Angeles sowie nach Budapest. 2005 hatte er die Gadamer-Professur an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg inne.Bredekamp, der sich in seinen zahlreichen Studien unter anderem der Renaissance sowie den Neuen Medien widmet, wurde 2014 in den Orden ›Pour le mérite‹ aufgenommen, 2000 mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2005 mit dem Aby-M.-Warburg-Preis der Stadt Hamburg, 2006 mit dem Max-Planck-Forschungspreis sowie 2017 mit dem Schillerpreis der Stadt Marbach. Er gehört zu den Gründungs-Intendanten des Berliner Humboldt Forums. Zuletzt erschien seine monumentale Michelangelo-Monografie.

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Joan Fontcuberta

© Lucie Berthold
