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Verständnis und Selbstverständnis des Judentums sind unauflöslich verknüpft mit einer jahrtausendealten religiösen Tradition sowie einer von Exil und Vertreibung bestimmten Geschichte. Yerushalmi widmet sich fünf miteinander verwandten Themen: den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden großen europäischen Katastrophen des Judentums (die spanische Vertreibung und der Holocaust); der Bedeutung von Exil und Vertreibung in der jüdischen Geschichte; dem Judentum zwischen Kreuz und Halbmond, also der sephardischen Diaspora rund um das Mittelmeer; den jüdisch-historiographischen Schlüsselkategorien Erinnern und Vergessen. Der Titelessay schließlich thematisiert ein Grundproblem jüdischer Geschichte: Wie lässt sich ein über zweitausendjähriges Geschichtstrauma einbetten in eine »jüdische Geschichte der Hoffnung«, als deren Vertreter Yerushalmi sich versteht?