Nachlass zu Lebzeiten

Nachlass zu Lebzeiten

Das Gesamtwerk als künstlerisches Projekt

KKB [102]
ersch. 17. September 2026

192 Seiten. 14 x 22 cm. Broschiert. 50 farbige Abbildungen

24,– €
ISBN 978-3-8031-5202-2

Gestern schon an morgen denken: Barbara Wittmann zeichnet die Erfolgsgeschichte einer Idee nach – der des Lebenswerks. Und sie zeigt, welche bisweilen kuriose Formen künstlerischer Selbstinszenierung diese Idee hervorgebracht hat.

Oft gilt die Moderne als Epoche, in der nicht mehr das einzigartige meisterhafte Kunstwerk im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, sondern die Selbstproduktion der Künstler: von körperbasierten Performances bis hin zur zunehmenden Bedeutung künstlerischer Selbstinszenierung. Im Schatten dieser Auflösung des Werkbegriffs hat indes ein anderes Phänomen seinen Aufstieg erlebt: das Œuvre als imaginierte und vorweggenommene Summe aller Werke.

Inzwischen kreist ein wesentlicher Teil des zeitgenössischen Kunstmarkts um die Vorstellung eines Lebenswerks: Retrospektiven sind Publikumsmagneten, der Nachlasshandel ist zum lukrativen Geschäft für Galerien geworden, und die Künstler selbst produzieren mit Blick aufs – oft erst posthum zu erfassende – Ganze.

In ihrem glänzenden Essay erzählt Barbara Wittmann, wie es zu dieser Karriere des Gesamtwerks kam: von einem gezeichneten Gemäldeverzeichnis im 17. Jahrhundert über erste Personalmuseen und die Entstehung des Urheberrechts hin zur Frühgeschichte der Retrospektive bei William Blake, Gustave Courbet und anderen.

Barbara Wittmann

© privat

Barbara Wittmann

Barbara Wittmann, 1971 in Wien geboren, ist seit 2018 Professorin für Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft und Kunsttheorie an der Universität der Künste in Berlin. Sie habilitierte sich 2014 an der Bauhaus-Universität Weimar mit einer Arbeit zur Kultur- und Wissensgeschichte der Kinderzeichnung. 2013 erhielt sie den Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung.

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