Neapel sehen und sterben
Eine Geschichte in 13 Todesfällen
160 Seiten. 14 x 22 cm. Gebunden. 75 s/w-Abbildungen
Gut essen, Neapel sehen und glücklich sterben – die magische Dreierformel gehörte für viele Italiener lange zur Vorstellung eines schönen Lebens. Und wer wollte widersprechen?
Dieter Richter erzählt die Geschichte der »schönsten Stadt Italiens« – in der man selbstredend hervorragend isst – anhand von 13 Todesfällen, von der Antike bis zur Gegenwart. Am Anfang steht Parthenope, eine der drei Sirenen, die sich nach der gescheiterten Verführung des Odysseus ins Meer stürzt, bei Neapel angespült und dort begraben wird. Dann ist da der Stadtheilige San Gennaro, Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian – sein Blut verflüssigt sich nach Bedarf, und er hilft immer, wenn die Stadt in Not ist. Oder die begabte und belesene Mailänder Prinzessin Ippolita Maria Sforza, die den Neapolitanern zu gescheit und selbständig ist. Oder ein junger Matrose, öffentlich exekutiert von den deutschen Besatzern in den Wirren zum Ende des Kriegs in Italien. Und zuletzt der unbeteiligte Siebzehnjährige aus dem Viertel Sanità, dessen Ermordung das Fass zum Überlaufen brachte und die Neapolitaner endgültig gegen die Mafia aufstehen ließ. Dieter Richter führt uns auf Haupt- und Seitenwegen durch die turbulente Geschichte Neapels; er nimmt uns mit zu Begräbnissen, auf verwunschene Friedhöfe, in majestätische Basiliken und in unterirdische Katakomben – immer auf der Spur wundersamer Begebenheiten. Ein lebensfrohes Lesevergnügen.

© Ezzelino von Wedel
Dieter Richter
Dieter Richter, geboren 1938 in Hof/Bayern, studierte Germanistik, Altphilologie und Theologie. Von 1972 bis 2004 lehrte er als Professor für Kritische Literaturgeschichte an der Universität Bremen. Er ist Verfasser zahlreicher kulturwissenschaftlicher Bücher, von denen viele bei Wagenbach erschienen sind.
