Das Wasser des Sees ist niemals süß

Das Wasser des Sees ist niemals süß

Übersetzt von Barbara Kleiner

WAT [873]
7. Juni 2024

320 Seiten. 2. Auflage. Broschiert

Print 16,– € / E-Book 10,99 €
ISBN 978-3-8031-2873-7
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Eine Frage der Klasse: Radikal unversöhnlich erzählt Giulia Caminito von nicht eingelösten Aufstiegsversprechen und den enttäuschten Träumen einer ganzen Generation junger Italiener – ein berührender, zorniger Anti-Bildungsroman mit Figuren und Bildern, die haften bleiben wie ungeliebte Spitznamen.

Am Grund des Sees liegt eine versunkene Weihnachtskrippe, das Wasser schimmert trüb, schmeckt nach Sonnencreme und Benzin. Hier, am Lago di Bracciano, bezieht Gaia mit ihrer Familie eine Sozialwohnung: der Vater, der seit einem Arbeitsunfall im Rollstuhl sitzt, der ältere anarchistische Bruder Mariano, die kleinen Zwillinge – und die Mutter Antonia, die so zupackend wie rücksichtslos alles zusammenhält. Ihre Tochter soll nicht so enden wie sie, Bildung soll der Ausweg für Gaia sein. Doch die erkennt früh, dass Talent und zwanghafter Fleiß nicht ausreichen, um mitzuhalten. Herabsetzungen, Leistungsdruck und Orientierungslosigkeit verwandeln Gaias stumme Verletzlichkeit in maßlose Wut, die sie Grenzen überschreiten lässt. Giulia Caminito hat ein sanftes, raues, wundersam reiches Buch geschrieben: über eine Jugend in der Provinz, lächerliche Lieben, grundstürzende Dramen und eine junge Frau, die ihrer Herkunft nicht entkommt.

Giulia Caminito

© Paola Locatelli

Giulia Caminito

Giulia Caminito, 1988 in Rom geboren, ist eine der meistgelesenen italienischen Schriftstellerinnen ihrer Generation. Sie wuchs in Anguillara Sabazia am Lago di Bracciano auf und studierte politische Philosophie, in ihrem Debütroman »Das Große A« (2016) thematisierte als eine der ersten Autorinnen den italienischen Kolonialismus. Für ihre Romane »Ein Tag wird kommen« und »Das Wasser des Sees ist niemals süß«, die in zwanzig Sprachen übersetzt wurden, erhielt sie unter anderem den renommierten Publikumspreis Premio Campiello.

»Dieses Buch wird niemanden loslassen – wie der See in Bracciano.«

Enrico Ippolito, Der Spiegel

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