Dreckige Laken
Erik Wegerhoff (Hrsg.), Joseph Imorde (Hrsg.)

Dreckige Laken

Die Kehrseite der ›Grand Tour‹

WAT [680]. 2018
208 Seiten. Mit Abbildungen. Broschiert
13,90 €
ISBN 978-3-8031-2680-1
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Nächtliche Gesänge in Siena, unerträglicher Lärm in der Hafenstadt Genua, polizeiwidriges Schreien in Mailand, nicht endendes Glockengebimmel in Florenz – wie soll der empfindsame Reisende da seinen Italienaufenthalt genießen?

Die Wege nach und in Italien waren im 18. und 19. Jahrhundert von unzähligen englischen, französischen und deutschen Reisenden dermaßen ausgetreten, dass es schwerfiel, das authentische Italien vor Ort überhaupt noch aufzufinden. Eine Fülle von Reiseberichten sorgte dafür, dass der Grand Tourist nicht nur mit beträchtlichem Vorwissen in den Süden kam, sondern auch mit einer gehörigen Portion Vorurteil. Wie sollte man mit den fremden Essgewohnheiten umgehen, wie schützte man sich in den Herbergen vor Ungeziefer und überhaupt vor der mangelnden Hygiene? Die Touristen suchten die antike Größe Italiens, während sie zur Gegenwart vornehm auf Distanz gingen (den meisten wäre ein Italien ohne Italiener lieber gewesen). Und dann erst Griechenland: Die Bewohner, so der entsetzte Fürst von Pückler -Muskau, könnten weder lesen noch schreiben und hätten von Platon und Aristoteles nie etwas gehört. Wie kam es, dass das tatsächliche Erlebnis des Südens nicht den erlesenen Erwartungen entsprach? Gehörten Beschwerden zum guten Ton? Und wer liest diese Zeilen (und dieses Buch), ohne die heutige Situation zu bedenken?

Erik Wegerhoff

© Jean deMott

Erik Wegerhoff

Erik Wegerhoff, geboren 1974, studierte Architektur in Berlin und London und war Forschungsstipendiat der Bibliotheca Hertziana in Rom. An der ETH Zürich wurde er bei Andreas Tönnesmann promoviert. Von 2010-2017 war Wegerhoff wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität München. Seit 2017 ist er Oberassistent am Institut für Theorie und Geschichte der Architektur an der ETH Zürich. Derzeit forscht er zur Rolle des Automobils in der Architektur des 20. Jahrhunderts.

Joseph Imorde

Joseph Imorde

Joseph Imorde, geboren 1963, studierte Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Philosophie in Bochum und Berlin und war Assistent am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur an der ETH Zürich. 1996 gründete er den Kunstbuchverlag »Edition Imorde«, seit 2008 ist er Professor für Kunstgeschichte an der Universität Siegen.

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