Unverdächtig

Unverdächtig

Roman

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel.

Quartbuch. 1.8.2007
128 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag
15,90 €
ISBN 978-3-8031-3212-3
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Tanguy Viel erzählt virtuos von einer bodenlosen Gemeinheit. Er hypnotisiert seine Leser und legt sie dabei in aller Ruhe aufs Kreuz. Ein großes Talent aus Frankreich!

In der Kulisse eines nordfranzösischen Küstenstädtchens spielt diese hinterhältige Geschichte um Liebe und Geld und Verrat.
Sam und Lise sind ein Paar. Sie arbeitet als Animierdame und schläft am Tag. Er hingegen schläft nachts und verbringt seine Tage vor dem Fernseher. Das Meer ist nicht weit, doch der Traum von einem anderen Leben scheint auf ewig ein Traum bleiben zu müssen. Bis Lises bester Kunde Henri ihr einen Heiratsantrag macht. Das ist die Chance, findet Lise und unterbreitet Sam den perfekten Plan. Und so wird Sam der Bruder von Lise, ihr Trauzeuge gar und Golfpartner seines neuen »Schwagers«. Er ist über jeden Verdacht erhaben und hat doch die Rechnung ohne Edouard gemacht, den Bruder von Henri.
Dieser Roman, handelt hintergründig, knapp und auch komisch von großen Hoffnungen und noch größeren Enttäuschungen. Er ist Kriminalgeschichte, Liebesroman und Parabel in einem.

Tanguy Viel

© Roland Allard

Tanguy Viel

Tanguy Viel, geboren 1973 in der Bretagne, ist noch immer am liebsten dort. Beziehungsweise bei gutem Wind auf einem Segelboot vor deren Küste. Er lebt, liebt, liest und schreibt meist in Tours und Beaugency, nur selten in Paris. Er wurde mit dem Prix Fénéon und dem Prix de la Vocation ausgezeichnet und war mit seinem Roman »Das Mädchen, das man ruft« für den Prix Goncourt nominiert. Mit Hinrich Schmidt-Henkel haben seine hochgelobten, stilistisch ausgefeilten Romane ihren idealen Übersetzer gefunden.

»Seit seinem ersten Roman weiß man, dass Tanguy Viel schreiben kann. Seine Stimme ist einzigartig.« Le Monde

Pressestimmen

»Schon das Personal dieses schmalen, schnellen und zugleich verzwickten Krimis passt gut zur Tradition des Film noir. Die Täter sind sympathischer, wollen mehr leben, sie glauben an eine Flucht in die „States“. Das ist untypisch für Frankreich, aber nicht für das Genre. Es gibt in diesem Buch aber auch Traditionslinien jenseits des Genres. Sie zeigen sich in den krimi-untypischen virtuosen, langen, schön geschwungenen Sätzen, die mit zum Rätsel gehören, das dieses Buch aufgibt. Sätze, von Hinrich Schmidt-Henkel mit viel Liebe übertragen, die dem komplizierten Innenleben seines unzuverlässigen Ich-Erzählers und Mörders auf die Spur zu kommen suchen. Bizarr ist das alles und ziemlich brillant gemacht. Denn trotz der detaillierten Beschreibung geht die Handlung zügig voran.«

Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung

»Tanguy Viels Kammerspiel ist nicht nur ein Liebes-, sondern mindestens ebenso sehr ein Kriminalroman, der von der Fatalität des Begehrens und der Erbarmungslosigkeit des Zufalls handelt. Ein kurioses Ding.«

Ulrich Rüdenauer, Der Tagesspiegel

»Unverdächtig ist ein Paradebeispiel erzählerischer Leichtigkeit in Kombination mit inhaltlicher Wehmut und der richtigen, wichtigen Prise Zorn, wie man sie sonst selten findet. Dieses Büchlein gewinnt seinen Charme daraus, dass es sich mit einem Plot tarnt, mit Spannungselementen des Krimis, dabei geht es eigentlich darum, abzurechnen und der Verachtung Ausdruck zu verleihen gegenüber dem Reichen, der schlechte Witze macht, sein Auto streichelt, impotent ist und hilflos und feige. Kunstvoll und humorvoll schraubt Viel alles ineinander, den Rückblick in die Vorahnung, die Absicht ins Scheitern, die Wut in die Resignation, und zusammen ergibt das eine Romangegenwart, die flimmert wie ein gelber, heißer Horizont.«

Meike Hauck, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Es ist das Wunder dieses Buches, dass es sich nicht totschleppt an der Schwermut, sondern einen hinreißenden Schwung hat – was der Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel mit großer Klasse übertragen, stellenweise sogar betont hat, auch im Deutschen ist der Text schwermütig und schwungvoll zugleich.«

Peter Urban-Halle, Deutschlandfunk

»Tanguy Viel fokussiert eine Aura des Ungesagten, des Magischen, ja fast Metaphysischen, ähnlich einem Alfred-Hitchcock-Krimi. Er transformiert die Gedanken und Gefühle der vier Protagonisten linear in den Kopf des Lesers. In seiner Eindringlichkeit ist er schlichtweg formidable.«

Heike Geilen, Berliner Literaturkritik

»Wer Kriminalromane mag, die ironisch neben der Spur liegen, die sprachlich versiert und sogstark erzählen, der wird hier – gerade auch in Fragen der Liebe – ein abgründiges Lesevergnügen finden.«

Christoph Vormweg, Westdeutscher Rundfunk

»Unverdächtig besticht durch eine nicht vorhersehbare Handlung, psychologisch genau gezeichnete Figuren und eine stets unterschwellig spürbare Distanz des Autors zur Geschichte, von Hinrich Schmidt-Henkel subtil in den deutschen Text hinübergerettet. So kann der Leser immer wieder schmunzeln, ohne die Figuren zu verlachen, und er kann durchaus auch mal seine eigene Ratlosigkeit genießen. Doch bei allen kriminalistischen Aspekten ist Unverdächtig vor allem eines: eine Tragödie.«

Stephan Göritz, Radio France Internationale

»Wie bereits in den vorigen, bisher nicht übersetzten Büchern des Autors besticht auch in diesem kurzen Roman vor allem die ganz eigene weise, mit der Tanguy Viel sich dem Anschein nach auf eine Parodie des Film noir stützt, nur um sich besser daraus zu befreien und weit hinaus bis zum Horizont zu blicken.«

Christine Lecerf, arte

»Das ist die Kunst und das Geniale dieses Romans: eine eigentlich simple Geschichte entpuppt sich als Liebesroman, als Kriminalroman und als ein poetisches Märchen gleichzeitig.«

Neue Osnabrücker Zeitung

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