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Angesichts dessen, was derzeit in der Welt und mit der Welt los ist, wirkt die Nachricht, dass wir neue Bücher ausliefern, beinahe ungebührlich ungerührt. Das sind wir aber nicht. Vielmehr der unverbrüchlichen Meinung, dass sich durchaus etwas tun und ändern lässt, und dass nicht zuletzt Bücher dazu verhelfen, Zusammenhänge zu verstehen, Alternativen zu (er)finden, das Unmögliche zu denken – oder auch dazu, sich wenigstens kurzzeitig aus der Realität zu entfernen.

Ein ungemein vielseitiges Werk hinterließ MICHELANGELO, der auf komplexe Weise nie fertig wurde. Inwiefern seine revolutionäre Haltung zur Kunst auch eine Welt- und Lebenshaltung war, offenbart die monumentale Gesamtdarstellung von Horst Bredekamp. Ein Jahrhundertbuch über einen Jahrtausendkünstler. (Subskriptionspreis!) // Durch mehrere Staudämme bei Gibraltar wollte der Münchner Ingenieur Herman Sörgel vor knapp hundert Jahren Hunger und Fluchtursachen bekämpfen, erneuerbare Energie gewinnen und buchstäblich den Zweiten Weltkrieg verhindern. Matthias Lohre erzählt in seinem Debüt DER KÜHNSTE PLAN SEIT MENSCHENGEDENKEN von einem Ehe- und Liebespaar, das jahrzehntelang ebenso visionär wie wahnwitzig für diese Idee lebte. // Die Romane unserer mexikanischen Autorin Fernanda Melchor, die bis Sommer 2022 als DAAD-Stipendiatin in Berlin wohnt, sind vehement politisch. In PARADAIS zeigt sie eindrücklich, wohin soziale Ungerechtigkeit und aufgestaute Frustrationen führen können: nicht zuletzt zur Gewalt gegen Frauen. // Kathy Page nimmt uns in ALPHABET mit in ein englisches Hochsicherheitsgefängnis. Dort sitzt Simon wegen Mordes und schafft es, nachdem er endlich doch Lesen und Schreiben gelernt hat, sich lesend und schreibend heimlich davon zu machen. Ungefährlich aber ist das nicht! // Widerstand heißt auf Italienisch resistenza. Der ehemalige Partisan Beppe Fenoglio beschreibt in seinem Roman EINE PRIVATSACHE, welche moralische Verwerfungen im politischen Kampf lauern können, nicht nur wenn das Private ins Spiel kommt. Mit einem Nachwort von Francesca Melandri. // Im fernen Québec lebt und schreibt Mireille Gagné. Ihr Debütroman HÄSIN IN DER GRUBE ist eine originelle Parabel auf das Hamsterrad des Neoliberalismus. Die Frage allerdings, ob der einzige Ausweg aus der Mühle der konsequente Rückzug ist, bleibt offen...

Außerdem neu:  Alan Bennett: Zum Tee / Dieter Richter: Con gusto. Die kulinarische Geschichte der Italiensehnsucht / Natalia Ginzburg: Die Stimmen des Abends / Apulien und Basilikata. Eine literarische Einladung

Wir freuen uns sehr über Ihre nicht nachlassende Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, einerseits viele Bücher und andererseits zwischen den Zeilen zu lesen!

Hoffnungsvoll und mit vielen guten Wünschen – Ihr Wagenbach Verlag