Die Barbarei der anderen
Europäischer Universalismus
Übersetzt von Jürgen Pelzer
112 Seiten. 1. Auflage. Broschiert. Deutsche Erstausgabe
sofort lieferbar
Ein engagierter Mahnruf in einer Zeit, in der Interventionen im Namen von Demokratie und Menschenrechten wieder ins Zentrum der Weltpolitik rücken: Europa und die von europäischer Kultur geprägten westlichen Mächte gehen seit jeher von...
Ein engagierter Mahnruf in einer Zeit, in der Interventionen im Namen von Demokratie und Menschenrechten wieder ins Zentrum der Weltpolitik rücken: Europa und die von europäischer Kultur geprägten westlichen Mächte gehen seit jeher von der globalen Geltung ihrer Grundsätze und Regeln aus. Sie betrachten es als ihr selbstverständliches Recht, in anderen Regionen der Welt zu intervenieren und den dort lebenden Menschen – notfalls auch mit Gewalt – ein Leben nach den Maßstäben der abendländischen Kultur zu vermitteln. War es seinerzeit eine gottgefällige Christianisierung, die dem europäischen missionarischen Eifer als Deckmantel diente, ist es in unserer Zeit der Anspruch, Demokratie und Menschenrechte zu verbreiten. Ein heute ebenso fragwürdiges Unterfangen wie im Mittelalter, findet Immanuel Wallerstein, da es letztlich immer nur darum geht, schwachen Ländern einen fremden Willen aufzuzwingen. Einer global agierenden Politik, die hehre Überzeugungen benutzt, um machtpolitisch handfeste wirtschaftliche Interessen durchzusetzen, stellt er überzeugend seine Vorstellung einer nur im weltweiten Zusammenwirken zu erreichenden friedlichen Entwicklung entgegen.
Immanuel Wallerstein
Immanuel Wallerstein, 1930 in New York geboren, promovierte 1959 an der Columbia University. Er unterrichtete unter anderem an der State University of New York und als Gastprofessor weltweit an verschiedenen Universitäten. Seit 2000 forschte und lehrte er an der Yale University. Als Begründer der Weltsystem-Theorie war er einer der wichtigsten Kritiker des globalen Kapitalismus. Er starb am 31. August 2019.
Pressestimmen
»Die Barbarei der anderen. Europäischer Universalismus – politisch Interessierte sollten sich vom sperrigen Titel nicht abschrecken lassen. Selten erfährt man auf knapp hundert Seiten so viel Wissenswertes. Wallerstein stellt einfache Fragen und gibt differenzierte Antworten. Was bedeutet es, wenn der „Krieg gegen den Terror“ des amerikanischen Präsidenten Bush damit gerechtfertigt wird, der Krieg diene dazu, im Irak Menschenrechte und Demokratie zu installieren. Wallerstein nennt dieses Rechtfertigungsmuster „Universalismus der Mächtigen“ oder - nach seinem Ursprung - „europäischen Universalismus“. Dieser entstand im Zeitalter der Eroberungen im damals führenden Erobererstaat Spanien und kehrt seither wieder bis in die jüngste Geschichte.«
Rudolf Walther, Südwestrundfunk
»Wallerstein hat einen klaren Blick dafür, dass Europa und der Westen eben nur die letzten zweihundert Jahre den Weltmarkt dominiert haben, und dass diese Ausnahmestellung nun vermutlich zu Ende ist.«
H.D. Kittsteiner, Neue Zürcher Zeitung
»Wallersteins Buch Die Barbarei der anderen ist eine Herausforderung. Sie fordert uns auf, geistig schon das vorwegzunehmen, was eine noch zu erkämpfende nichtkapitalistische Gesellschaft erst noch erreichen muss.«
Radio Darmstadt
»Ein schmales Bändchen, das von den Intellektuellen mehr Mut und mehr Optimismus einfordert und eine erträgliche Zukunft für möglich hält.«
Hans-Heinrich Nolte, Zeitschrift für Weltgeschichte
