Brennender Zaster

Brennender Zaster

Roman

Aus dem argentinischen Spanisch von Leopold Federmair.

Quartbuch. 2001
192 Seiten. Gebunden
17,50 €
ISBN 978-3-8031-3155-3
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Vier Banditen, ihre blutige Spur durch zwei Großstädte und ihr ebenso erhabenes wie schlimmes Ende: erschreckend, grell, sehr spannend; von einem der wichtigsten unter Lateinamerikas modernen Autoren. Ein preisgekrönter Roman aus Argentinien.

Die wahre Geschichte einer Verbrecherbande, die vor einiger Zeit die Menschen in Buenos Aires und Montevideo in Angst und Schrecken versetzt hat. Ricardo Piglia verwandelt sie in ein verstörendes, an Truman Capote erinnerndes Stück Literatur.
Das Geschehen ist kurz und blutig: Vier bedingungslos aufeinander eingeschworene Verbrecher mit engen Verbindungen zu Polizei und Politik rauben einen Geldtransport aus, rasen durch Buenos Aires, schießen auf alles, was sich bewegt, entkommen über den Rio de la Plata nach Montevideo, verschanzen sich dort in einer Wohnung und werden von der Polizei sechzehn Stunden lang belagert. Diese von Radio und Fernsehen übertragene Belagerung und ihr ungeheuerliches Ende vor den Augen einer fassungslosen Zuschauermenge sind der apokalyptische Höhepunkt dieses Romans, der unserer Zeit mit nihilistischem Pathos den Spiegel vorhält.

Die Übersetzung wurde durch die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. (litprom) unterstützt.

Ricardo Piglia

© Eduardo Grossman

Ricardo Piglia

Ricardo Piglia wurde 1941 in Adrogué nahe Buenos Aires geboren. Seit seinem Debüt 1967 »La invasión« machte er sich mit zahlreichen Romanen und Kurzgeschichten einen Namen und gilt in seiner Heimat längst als moderner Klassiker. 1998 gelang ihm der Vorstoß in die Kinowelt mit dem Drehbuch zu dem Film »La sonámbula« von Fernando Spiner, der mit dem Preis des argentinischen Nationalen Instituts für Filmkunst ausgezeichnet wurde. Auch seine Arbeiten als Kritiker und Essayist machten ihn zu einem der berühmtesten Autoren Argentiniens, entgegen dem Willen des Militärregimes, das lange Zeit versuchte, ihn zum Schweigen zu bringen. An den amerikanischen Universitäten Princeton und Harvard lehrte Ricardo Piglia Literatur und Film, von der Universidad de Buenos Aires wurde er zum Ehrenprofessor ernannt. Am 6. Januar 2017 starb Ricardo Piglia in Buenos Aires.

»Dieser Roman ist ein Adrenalin-Trip erster Klasse.« Aimée Torre Brons, Frankfurter Rundschau

Pressestimmen

»Piglias Roman ist die Geschichte eines radikalen Aufbegehrens und einer radikalen Verweigerung. Wie die Lunte einer just gezündeten Bombe zischt die Geschichte, die aus Zeugenaussagen, Erzählerstimme, Gedankengängen und Dialogen zusammengesetzt ist, durch das 192 Seiten starke Buch bis zum explosiven Finale. Der Roman ist ein Adrenalin-Trip erster Klasse.«

Frankfurter Rundschau

»Dieses Buch hat eine eigentümliche Vielschichtigkeit: spannende Kriminalhandlung, soziale Fallgeschichte ganz unterschiedlicher Täter und verstörende Parabel, die ein Ganovenstück zum nihilistischen Exzess steigert. Mit diesem Buch – es ist das erste des Autors in deutscher Sprache – hat der Wagenbach Verlag eine interessante Entdeckung gemacht.«

Süddeutsche Zeitung

»Es ist ein seltsames Kunststück, das Piglia hier zustande bringt. Seine bösen, gefährlichen und vollkommen amoralischen Helden bringt er seinen Lesern – auf Augenhöhe, auf Hörweite – so nah, dass man beinahe wie beiläufig in die Falle tappt: die Identifikation mit den Monstren. Dazu gehören Einblicke in das Innenleben der Pistoleros, so spekulativ diese auch sein mögen. Und, was viel wichtiger ist, die Einblicke in die korrupte und politisch wie sozial zerrissene Gesellschaft, die der Peronismus hinterlassen hat.«

Neue Zürcher Zeitung

»“Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ – Piglia hat Bertolt Brechts Frage seinem Buch vorangestellt. Er hat keinen sozialromantischen Heldenroman geschrieben, kein Epos von Umverteilung und Gerechtigkeit, sondern ein kaltblütiges Lehrstück über den Kapitalismus.«

die tageszeitung

»Piglias romanhafte Reportage gewinnt ihre Bannkraft und ihren abgründigen Sog vor allem daraus, dass sie den heroischen Wahn weitgehend aus der Sicht und in der Sprache der Täter wiedergibt. Amoralische Tatsachen-Literatur als wahre Provokation: ein starkes Stück.«

Der Spiegel

»Brennender Zaster ist der erste Roman Piglias, der hier zu Lande erscheint – hervorragend übertragen in ein leicht angestaubtes Deutsch von Leopold Federmair. Was auf den ersten Blick lediglich wie ein sehr guter, etwas ungewöhnlicher Kriminalroman anmutet, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als mehr, nämlich eine beängstigend wasserdichte Fabrikation. In beiden Amerikas wird Ricardo Piglia (der lange in den USA lehrte) als Nachfolger Jorge Luis Borges` – des Meisters der fingierten Chroniken – gehandelt. Der Wagenbach Verlag, diese schlauen Füchse, erwähnen diesen Umstand mit keinem Wort.«

Berliner Zeitung

»Ein rabiater Gangsterroman, der die Forderung Jorge Luis Borges' nach einem authentischen Gaucho-Roman mit den Mitteln Roberto Arlts einlöst. Fasten Seat Belts! wenn Sie dieses Buch aufschlagen.«

Literaturen

»Was einsetzt wie ein von Tarantino inspirierter Krimi, erweist sich schnell als ein dramaturgisch brillant konstruierter Roman über einen authentischen Fall, der vor vierzig Jahren die Öffentlichkeit Argentiniens und Uruguays verstörte. Piglia bezeichnet ihn im Nachwort als argentinische Form einer griechischen Tragödie, weil die Verbrecher in aussichtsloser Situation Widerstand geleistet und den Tod als Schicksal gewählt hätten.«

Die Weltwoche

Pressestimmen

»Piglias romanhafte Reportage gewinnt ihre Bannkraft und ihren abgründigen Sog vor allem daraus, daß sie den heroischen Wahn weitgehend aus der Sicht und in der Sprache der Täter wiedergibt. Amoralische Tatsachen-Literatur als wahre Provokation: ein starkes Stück.«

Der Spiegel

»Wie die Lunte einer just gezündeten Bombe zischt die Geschichte, die aus Zeugenaussagen, Erzählerstimme, Gedankengängen und Dialogen zusammengesetzt ist, durch das 192 Seiten starke Buch bis zum explosiven Finale. Der Roman ist ein Adrenalin-Trip erster Klasse.«

Aimée Torre Brons, Frankfurter Rundschau

»Mit diesem Buch hat der Wagenbach Verlag eine Entdeckung gemacht.«

Eberhard Falcke, Süddeutsche Zeitung

»Piglia hat keinen sozialromantischen Heldenroman geschrieben, kein Epos von Umverteilung und Gerechtigkeit, sondern ein kaltblütiges Lehrstück über den Kapitalismus.«

Dietmut Roether, die tageszeitung

»Piglia ist ein technisch versierter Autor: Er beherrscht den Wechsel zwischen Perspektiven und den Sprung zwischen Zeitebenen, er verleiht seiner Erzählung durch das Zusammenspiel von Verlangsamung und Beschleunigung einen unverwechselbaren, bald atemlosen, bald quälend verzögerten Rhythmus. Zu den großen Vorzügen dieses Romans gehört auch, daß es in ihm nirgends einen wahren Hoffnungsschimmer gibt und er dennoch ohne jede Sentimentalität die Illusion eines anderen Lebens andeutet.«

Sandro Benini, Die Weltwoche

»Brennender Zaster ist hervorragend übertragen in ein leicht angestaubtes Deutsch von Leopold Federmair.

In beiden Amerikas wird Ricardo Piglia (der lange in den USA lehrte) als Nachfolger Jorge Luis Borges' – des Meisters der fingierten Chroniken – gehandelt. Der Wagenbach Verlag, diese schlauen Füchse, erwähnen diesen Umstand mit keinem Wort.«

Brigitte Helbling, Berliner Zeitung

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