Der Süden

Der Süden

Geschichte einer Himmelsrichtung

Sachbuch. 2009
208 Seiten. Leinen mit Prägung und aufgeklebtem Schildchen. Mit vielen Abbildungen.
24,90 €
ISBN 978-3-8031-3631-2
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Vom Süden in der antiken Welt zur Capri-Sonne der 1950er Jahre, von der Entdeckung der Südseeinsel Tahiti bis zur heutigen Sehnsucht nach Strand, Palmen und blauem Meer: Der Süden leuchtet! Dorthin zeigt die Kompassnadel des Glücks.

Für die antiken Völker führte der Weg nach Süden ins Unbekannte. Selbst wagemutige Seefahrer gaben ihre Reisepläne wieder auf, weil ihnen das Meer unendlich schien. Für die Römer war der Süden eine Gegend lebensfeindlicher Extreme: Die Glut der Sonne lasse die Menschen fast wie verkohlt aussehen. In der christlichen Tradition ist es der missratene Sohn Noahs, dessen Nachkommen den südlichen Teil der Erde bevölkern. Auf ihnen lastete der Fluch der Knechtschaft, womit man die angebliche Minderwertigkeit der Afrikaner bis heute begründet.

Der Süden kann eiskalt sein (am Südpol), dann wieder sehr exotisch, und zuweilen ist er eine dekadente Region der Lüste und Laster: Dieter Richter eröffnet eine Fülle ungewöhnlicher Perspektiven. Aber natürlich reisen wir mit ihm auch in den sonnigen Süden der Italiensehnsucht. Und manch einer findet den Süden an Stränden und unter Palmen in der Karibik.

Dieser opulent ausgestattete und reich bebilderte Band erfüllt jeden – auch Ihren – Traum vom Süden!

Dieter Richter

© Ezzelino von Wedel

Dieter Richter

Dieter Richter, geboren 1938 in Hof/Bayern, studierte Germanistik, Altphilologie und Theologie. Von 1972 bis 2004 lehrte er als Professor für Kritische Literaturgeschichte an der Universität Bremen. Er ist Verfasser zahlreicher kulturwissenschaftlicher Bücher.

»Dieter Richter spürt bekannte und unbekannte Quellen auf, so dass eine vielstimmige Vergangenheit von selbst zu sprechen beginnt.« Heinz Schlaffer, Süddeutsche Zeitung

Pressestimmen

„Neben den Landschaften der Geografen gibt es diejenigen der Dichter. Meist unterscheiden sich die beiden voneinander etwa so wie das liebliche Arkadien der bukolischen Dichter, wo die Hirten Flöte spielen und ihrem Mädchen ein Lämmchen schenken, von den kalten Gebirgszügen im Innern der Peloponnes, wo den Menschen zu allen Zeiten nichts anderes übrig blieb, als dem kargen Boden in harter Arbeit das Nötigste abzutrotzen. Mehr noch als die Mythen von Landschaften indes haben diejenigen von Himmelsrichtungen gewirkt. Von allen Himmelsrichtungen am wenigsten Aufmerksamkeit erfuhr zunächst der Süden. Diesem widmet sich nun ein zugleich gelehrtes und schön geschriebenes Buch des Germanisten Dieter Richter. Der Autor, ein vorzüglicher Kenner des italienischen Südens, schöpft für sein Thema souverän aus einer breiten gelehrten Bildung, die von den antiken Autoren über die Geschichte des europäischen Mittelalters bis zur Moderne reicht. Das Buch setzt Massstäbe für anspruchsvolle kulturwissenschaftliche Essayistik."

Hans-Albrecht Koch, Neue Zürcher Zeitung

 

„Beim Film macht der Trailer Lust auf mehr, bei Sachbüchern kann es das Inhaltsverzeichnis sein. Dieter Richter hat dafür gesorgt, dass es zu einem Buch im Kleinen geriet. Sein erstes Kapitel heißt: „Der Osten: Licht, Erlösung, Geheimnis und Barbarei – Der Norden: Dunkelheit und Kälte – Der Westen: Leere, Jenseits und Verheißung". Und der Süden? fragt der Leser. Genau dort will ihn der Autor haben. Denn um den Süden geht es, um die „Geschichte einer Himmelsrichtung", wie der Untertitel lautet. Richter hat sich, daran besteht nach dieser vorbereitenden Lektüre kein Zweifel, ein großes, buntes und starkes Thema gesucht und es regt sich Bewunderung, mit wie wenigen Strichen Richter seinen jeweiligen Süd-Aspekt zu charakterisieren versteht."

Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

 

„Der Süden hat als Sehnsuchtsort noch längst nicht ausgedient, dorthin zeigt bis heute, wie der Literaturwissenschaftler Dieter Richter in seiner Kulturgeschichte dieser Himmelsrichtung schreibt, die »Kompassnadel des Glücks«. Im Süden lebt, wie Goethe anmerkt, jeder »in den Tag hinein, weil ein Tag dem andern gleicht und man sich auf keine Zeit des Mangels, keine Winter vorzubereiten hat«. Meisterhaft erkundet Dieter Richter dieses nordeuropäische Ideal. Der Süden in dieser, übrigens auch fabelhaft illustrierten Kulturgeschichte umfasst die Mythologie der Himmelsrichtungen, religiöse wie sexuelle Zuschreibungen, Pilgertum und Massentourismus, politische Utopie und Instrumentalisierung derselben, Kolonialismus wie missliebige Zuwanderungsströme der Gegenwart. Ein weites, bisweilen widersprüchliches Feld also. Dieter Richter aber, der sich bereits mit Büchern zum Vesuv und zu Neapel verdient gemacht hat, ist ein Meister darin, wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiteren Publikum zu vermitteln. Er vermag es, zu belehren ohne Dünkel, zu unterhalten ohne Aufdringlichkeit. Sein langer Essay ist abgefasst in einer Sprache, die man nur noch selten liest, sie erinnert an die gelehrte Anschaulichkeit eines Richard Alewyn (Das große Welttheater), die Erzählung und Argument versöhnen mag."

Adam Soboczynski, Die Zeit

 

„Jeder glaubt zu wissen, was damit gemeint ist. «Süden» heisst der heiße Stoff, mit dem Reisebüros und Internet locken, also Palmen, Sand und Türkismeer. Dass sich erstaunlich viel mehr hinter der simplen Himmelsrichtung versteckt, belegt ein faszinierendes Buch des früheren Philosophieprofessors Dieter Richter. Sein Blick gilt der Himmelsrichtung der Sehnsucht und der Wunder. Seine historische Erkundung der südlichen Zonen ist ebenso gelehrt und informativ wie vergnüglich. Sie hält eine Vielzahl amüsanter und Staunen erregender Episoden bereit, vermittelt noch die entlegensten Quellen in einer zugänglichen Sprache und lässt einen teilhaben an Träumen, die man nie zu träumen wagte. Das Buch ist eine wahre Wundertruhe. «Ab in den Süden»: Schön, dass es dieses wissenspralle Buch gibt, das nicht nur über unser inneres Afrika informiert, sondern auch über die ewigen Sehnsüchte der Menschheit."

Ralph Dutli, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

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