Darwins Korallen

Darwins Korallen

Frühe Evolutionsmodelle und die Tradition der Naturgeschichte

KKB. 2005
112 Seiten. Gebunden. Mit zahlreichen teilweise farbigen Abbildungen
22,50 €
ISBN 978-3-8031-5173-5
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Lebensbaum mit dem Menschen als Krone oder Entwicklung der Arten nach allen Seiten? Bredekamp befragt Darwins Evolutionstheorie und ihre Bilder.

Der Name Charles Darwin ist im öffentlichen Bewusstsein untrennbar mit der Theorie vom Überlebenskampf der Arten verbunden. Wenig bekannt ist, von welchen Skrupeln die Ausbildung dieses Prinzips begleitet war. Dies gilt auch für das Baummodell der Evolution, das die Vorstellungen von der Entwicklung der Arten beherrscht und allzugut in sozialdarwinistische Vorstellungen des 19. Jahrhunderts passt.
Für Darwin war dieses Baummodell jedoch nur eine Möglichkeit, den Evolutionsprozeß bildlich darzustellen. Zu seinen Alternativen gehörte die Koralle als Symbol der gesamten Naturentwicklung.
Bredekamp rekonstruiert die Bedeutungsgeschichte der Koralle, und zeigt, wie Darwin dieses traditionelle Symbol in seine Überlegungen eingeflochten hat: als Modell einer Evolution, die anarchisch in alle Richtungen wächst und nicht – wie beim Baummodell – den Menschen als Krönung der Entwicklung sieht.

Horst Bredekamp

© Barbara Herrenkind

Horst Bredekamp

Horst Bredekamp, geboren 1947 in Kiel, studierte Kunstgeschichte an der Universität Marburg. Nach seiner Promotion 1974 absolvierte er zunächst ein Volontariat am Frankfurter Liebighaus, bevor er ans kunsthistorische Institut der Hamburger Universität wechselte. 1992 war er zu Gast am Wissenschaftskolleg Berlin, und seit 1993 ist er Professor für Kunstgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität. Gastaufenthalte führten ihn nach Princeton und ans Getty Center in Los Angeles sowie nach Budapest. 2005 hatte er die Gadamer-Professur an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg inne.Bredekamp, der sich in seinen zahlreichen Studien unter anderem der Renaissance sowie den Neuen Medien widmet, wurde 2014 in den Orden ›Pour le mérite‹ aufgenommen, 2000 mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2005 mit dem Aby-M.-Warburg-Preis der Stadt Hamburg, 2006 mit dem Max-Planck-Forschungspreis sowie 2017 mit dem Schillerpreis der Stadt Marbach.

»Ein geistesgeschichtliches Jongleurstück.« Der Spiegel

Pressestimmen

»Wieder einmal hat sich der Bildforscher Horst Bredekamp eines scheinbar marginalen, weil piktoralen Erbes eines großen Wissenschaftlers angenommen. Und wieder gelingt es Bredekamp, dem bildlichen Denken zu seinem Recht gegenüber der Sprache zu verhelfen: In Darwins Zeichnungen deckt er nichts Geringeres als eine neue Facette der Evolutionstheorie auf, in Form eines Darwinschen Widerspruchs, der bis heute ein riesiges Missverständnis prägt: Darwins allbekannte Metapher für die Entwicklung der Arten, der ‚Baum des Lebens’, ist falsch. Es handelt sich rechterdings um eine ‚Koralle des Lebens’. Doch die will erst einmal freigeholzt sein.

... Nie hat Darwin die Bedeutung der Koralle verbalisiert, nur zeichnerisch hat er sie erfaßt und fortgedacht. Daß Bredekamp dem schweifenden Denken der Bilder ihren Raum läßt, gehört zum berückenden Wesen dieser knappen, enorm gehaltvollen Studie.«

Wilhelm Trapp, Die Zeit

»In dem ebenso schmalen wie kenntnis- und gedankenreichen Band Darwins Korallen zeigt der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp, wie Charles Darwin sein großer Durchbruch gelang.

... Die Koralle ist mehr als ein Bild: Sie wird zum umfassenden Modell, zur Seele der Evolutionstheorie. Bredekamp geht ihr zu Leibe mit dem imaginativen Auge des Kunstbetrachters und gleichzeitig mit der Lupe des Detektivs.«

Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

»Sein Buch will der Kunsthistoriker ... selbst als einen Vorschlag verstanden wissen, ‚Objekte wie die Amphirora orbignyana als Kunstwerk zu betrachten’. Und in der Tat ist es erstaunlich, mit welcher Suggestivkraft es ihm gelingt, an Darwins Evolutionsdiagrammen zu verdeutlichen, was er die ‚kulturelle Kraft von Naturgebilden’ nennt.«

Hans-Jörg Rheinberger, Literaturen

»Ein überaus lesenswertes Buch.«

Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung

»Nicht die Qualität des Sujets entscheidet, sondern die des Blicks, der darauf geworfen wird. Und da darf man bei Bredekamp immer sicher sein, einen außerordentlichen Wissenschaftskrimi zu verfolgen.«

Christina Tilmann, Der Tagesspiegel

»Der Detektiv Bredekamp kann sich freuen über seinen Fahndungserfolg.

In diesem schönen Buch – meeresblau gebunden – ist eine Hymne auf ein Naturereignis aufgeschrieben.«

Jürgen Werth, Radio Bremen

»Darwin wußte um die Mängel der Baummetapher, so die These des Kunsthistorikers Horst Bredekamp, der seit Jahren an der Nahtstelle zwischen Kunst und Naturwissenschaft forscht, in seiner hochspannenden Abhandlung.«

Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur

»Der Kunsthistoriker Horst Bredekamp entdeckt Darwins Korallen und bringt damit frischen Wind in die Evolutionsdebatte.«

Ingo Langer, Die Tagespost

»Ein Krimi der Wissenschaftsgeschichte, komplettiert durch schön bebilderte Exkurse von Baum und Koralle.«

Dresdner Kulturmagazin

Pressestimmen

»Wir haben, das macht Bredekamp klar, nicht verstanden, wie Welterkenntnis funktioniert, wenn wir nur den Anteil sehen, den die Fähigkeit zur Abstraktion daran hat. Zu den Wörtern gehören die Figuren. Horst Bredekamp zeigt, wie Wissen produziert wird.«

Arno Widmann, Frankfurter Rundschau

»Wieder einmal hat sich der Bildforscher Horst Bredekamp eines scheinbar marginalen, weil piktoralen Erbes eines großen Wissenschaftlers angenommen. Und wieder gelingt es Bredekamp, dem bildlichen Denken zu seinem Recht gegenüber der Sprache zu verhelfen: In Darwins Zeichnungen deckt er nichts Geringeres als eine neue Facette der Evolutionstheorie auf, in Form eines Darwinschen Widerspruchs, der bis heute ein riesiges Missverständnis prägt: Darwins allbekannte Metapher für die Entwicklung der Arten, der „Baum des Lebens“, ist falsch. Es handelt sich rechterdings um eine „Koralle des Lebens“. Doch die will erst einmal freigeholzt sein. Nie hat Darwin die Bedeutung der Koralle verbalisiert, nur zeichnerisch hat er sie erfasst und fortgedacht. Dass Bredekamp dem schweifenden Denken der Bilder ihren Raum lässt, gehört zum berückenden Wesen dieser knappen, enorm gehaltvollen Studie.«

Wilhelm Trapp, Die Zeit

»Wie der junge Darwin den Baum, der ihm sich als verbreitetes Modellbild für „Abstammungen“ anfangs empfohlen hatte, allmählich in eine Koralle transformierte: Das ist es, was Horst Bredekamp mit kriminalistischem Spürsinn und der Belesenheit eines Universalgelehrten vor Augen führt. Der staunende Leser wird nebenbei in Debatten eingeweiht, die Mitte des 19. Jahrhunderts um naturwissenschaftliche Modellbildungen geführt wurden. Ein überaus lesenswertes Buch.«

Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung

»Sein Buch will der Kunsthistoriker selbst als einen Vorschlag verstanden wissen, „Objekte wie die Amphirora orbignyana als Kunstwerk zu betrachten“. Und in der Tat ist es erstaunlich, mit welcher Suggestivkraft es ihm gelingt, an Darwins Evolutionsdiagrammen zu verdeutlichen, was er die „kulturelle Kraft von Naturgebilden“ nennt.«

Hans-Jörg Rheinberger, Literaturen

»In dem ebenso schmalen wie kenntnis- und gedankenreichen Band „Darwins Korallen zeigt der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp, wie Charles Darwin sein großer Durchbruch gelang, indem er der Baum-Metapher ein Schnippchen schlug – und es noch nicht einmal merkte. Die Koralle ist mehr als ein Bild: Sie wird zum umfassenden Modell, zur Seele der Evolutionstheorie. Bredekamp geht ihr zu Leibe mit dem imaginativen Auge des Kunstbetrachters und gleichzeitig mit der Lupe des Detektivs.«

         Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

»Nicht die Qualität des Sujets entscheidet, sondern die des Blicks, der darauf geworfen wird. Und da darf man bei Bredekamp immer sicher sein, einen außerordentlichen Wissenschaftskrimi zu verfolgen.«

         Christina Tilmann, Tagesspiegel

»In dem Buch Darwins Korallen zeigt der Kunsthistoriker Horst Bredekamp an einem Detail, wie sich der Einfluss der Evolutionstheorie weit über die Biologie und Politik hinaus auch auf die schönen Künste erstreckt. Bredekamps schmaler Band seiner Methodik im hat ein Genre eröffnet.«

Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Detektiv Bredekamp kann sich freuen über seinen Fahndungserfolg. In diesem schönen kleinen Buch – meeresblau gebunden – ist eine Hymne auf ein Naturereignis aufgeschrieben.«

Jürgen Werth, Radio Bremen

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