Was ist ein Italiener?
Aus dem Italienischen und mit Kommentaren von Peter Kammerer
vergriffen
Der Italiener gefällt sich und seinem Gegenteil.
»Wenn einer zwei Hühner isst und der andere keins, so macht das statistisch ein Huhn pro Kopf« – dies die überzeugende Vorwarnung Camilleris angesichts seines Versuchs, den Italiener zu portraitieren.
Dennoch unternimmt er es.
Entstanden ist eine lesenswerte Beschreibung von Widersprüchen: der Faschismus als Einiger der Nation, die Teilchen des großen Physikers Majorana ebenso wie ihre Antimaterie als Symbol einer seltsamen Identitätsstiftung, das kurze Gedächtnis, der Wettlauf zum Sieger, das Ideal des Motorino – ein ironisches, heiteres, giftiges Portrait des heutigen Italieners.
Kommentiert und mit Erläuterungen für den deutschen Leser versehen hat es der intime Italienkenner Peter Kammerer, lebhafter Linker und Professor emeritus in Urbino.

© Archiv Verlag Klaus Wagenbach
Andrea Camilleri
Andrea Camilleri, geboren 1925 in Porto Empedocle, Provinz Agrigento, war Schriftsteller, Drehbuchautor, Theaterregisseur und lehrte an der Accademia d’arte drammatica Silvio d’Amico in Rom. Als Verfasser vielgelesener historischer Romane über seine sizilianische Heimat und der erfolgreich verfilmten Krimis um den Commissario Montalbano wurde er zu einem der populärsten Autoren Italiens. Die italienischen Verhältnisse beobachtete Camilleri so ironisch-verschmitzt wie genau, und besonders in der Berlusconi-Ära trat er als eine der am deutlichsten vernehmbaren kritischen Stimmen hervor. Camilleri starb 2019 in Rom.