Mitunter sogar Lachen

Mitunter sogar Lachen

Erinnerungen

Quartbuch. 2002
160 Seiten. Gebunden
15,50 €
ISBN 978-3-8031-3171-3
Vergriffen. Als WAT-Ausgabe erhältlich.

Ein Buch der Erinnerung an die Jugend in Wien und die ersten Jahre der Emigration in London.

Die Lebenserinnerungen des großen Lyrikers, politischen Moralisten und bedeutenden Übersetzers, den die Nazis als jungen Mann aus Wien vertrieben und der in England eine neue Heimat fand.
Es sind Erinnerungen in der Form von Erzählungen. Heitere Geschichten wie die von den kompliziert zusammengesetzten Flüchen der Großmutter, die der Enkel schneller singt als sie fluchen kann. Grimmige Reportagen wie die von der Besatzung Österreichs, dem »großen Tag von Linz«. Bewegende Berichte wie der vom ersten literarischen Auftrag - der junge Emigrant soll den Untergang seiner Familie beschreiben und scheitert an der Schuldfrage. Oder zarte Erzählungen wie die von den ersten Auftritten als Wunderkind, vom Kindermädchen Fini oder von Hilde, die ihre alte Liebe nicht vergessen konnte und so den »Grund« verlor.

Als WAT-Ausgabe erhältlich

Erich Fried

© Cathrine Fried-Boswell

Erich Fried

Erich Fried, geboren 1921 in Wien, floh 1938 nach London, wo er bis zu seinem Tod 1988 lebte. Wegen seines Gedichtbands »und Vietnam und« (1966) zunächst heftig umstritten, wurde er spätestens mit den »Liebesgedichten« (1979) zum meistgelesenen deutschsprachigen Lyriker seit Bertolt Brecht. Ausgezeichnet mit vielen Literaturpreisen und gewürdigt als ›idealer Übersetzer‹ Shakespeares.

»Geschichten aus dem Leben eines Moralisten, mit einem Anflug von Selbstironie: Der Autor erzählt von diesem Erich Fried, der ein Wunderkind gewesen ist.« Stephan Reinhardt, Süddeutsche Zeitung

Pressestimmen

»Es gibt bei Fried kein Moralisieren, kein Belehren-Wollen – nur leise Nachdenklichkeit und eben 'mitunter ein Lachen'. 'In der letzten Zeit vor meinem Tod' – schon dieses einen Kapitels wegen lohnt sich die Lektüre des Buches. Der Dichter hat in sich das Gleichgewicht gefunden, sein Leben anzunehmen wie es ist. Mit der Zeit, die ihm bleibt, ist er in Einklang gekommen und hat eine ganz neue Zärtlichkeit für sich selbst und seine Mitmenschen entdeckt.«

Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland

»Es beginnt mit Geschichten von seiner Großmutter, und die fangen fast immer irgendwie komisch an. Die Großmutter konnte dermaßen phantasievoll und ausführlich schimpfen, daß uns deutlich wird: Hier hat die Sprachakrobatik des Dichters Fried ihre erste Schule gehabt.«

Alexander von Bormann, Die Zeit

»Wer Erich Fried als engagierten Literaten kennt, der auch vor Emotion und Emphase nicht zurückscheut, wird vielleicht erstaunt sein über die Tonlage dieser Erinnerungen. Nüchtern und gelassen erzählt Fried seine kurzen Geschichten. Die Mosaiksteine dieser Einzeltexte ergeben zusammen ein eindrucksvolles, stark subjektiv gefärbtes Bild einer Kindheit in Wien und eines exemplarischen Flüchtlingsschicksal.

Hingewiesen sei auf das vorletzte Kapitel 'In der letzten Zeit vor meinem Tode'. Die sehr eindringlichen, bei aller Abschiedsstimmung gar nicht düster, sondern heiter-gelassen anmutenden Überlegungen bezeugen eine Lebensweisheit, die man dem so oft aufgeregten Kämpfer Erich Fried gar nicht zugetraut hatte.«

Jürgen P. Wallmann, Rheinische Post

»Märchen gleich suchen Frieds Geschichten noch einen hellen Ausweg, bevor sie von der größeren Finsternis gekappt werden. Angesichts des Todes erzählt er auch vom Glück dieser Jugend, das wie ein unterirdischer Fluß die Geschichte unterlaufen hat.«

Neue Zürcher Zeitung

»Die 30 Kapitel Mitunter sogar Lachen verblüffen inhaltlich wie formal. 'Jede einzelne dieser Geschichten ist wahr, ein Tatsachenbericht.' Dementsprechend verzichtet der Sprachvirtuose diesmal auf Pointen; die Pointe liegt im Inhalt. Mitunter sogar Lachen ergibt sich wohlwollend, wenn etwa ein Erznazi sich plötzlich urhuman aufführt.«

Edwin Hartel, Salzburger Nachrichten

»Erich Frieds Heiterkeit entspringt seinem Naturell. Mitunter sogar Lachen ist sein Synonym für ein Trotzalledem. Und so wie er die Schwierigkeiten meistert, meistert er auch ihre Schilderung.«

Ralph Grüneberger, Mitteldeutscher Rundfunk

»Erich Frieds Erinnerungen bestechen durch ihren plaudernden, doch nicht geschwätzigen Ton, ihren Detailreichtum, der nie pedantisch wirkt. Ein sehr aufschlußreicher Blick auf das Jahrhundert, in dem Deutsche soviel Schaden anrichteten.«

Berliner Zeitung

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